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SonneMondSterne 2004

Laterne, Laterne

06.-08.08.04, Saalburg (Thüringen)Man kann schnell zusammenfassen, was da am letzten Wochenende an der Bleilochtalsperre im thüringischen Saalburg abgegangen ist: eine extrem tolle Sause. Das siebte SonneMondSterne Festival war mein persönlich bestes, vielleicht sogar das beste überhaupt. Sicheres I
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06.-08.08.04, Saalburg (Thüringen)

Man kann schnell zusammenfassen, was da am letzten Wochenende an der Bleilochtalsperre im thüringischen Saalburg abgegangen ist: eine extrem tolle Sause. Das siebte SonneMondSterne Festival war mein persönlich bestes, vielleicht sogar das beste überhaupt. Sicheres Indiz dafür, dass alles rund läuft ist, wenn man bereits am frühen Freitag Abend einen Veranstalter mit entspannt-strahlendem Grinsen und Longdrink in der Hand übers Gelände schlendern sieht. Grund dafür: 25.000 Besucher, ausverkauft (erstmals). Platz für mehr wäre zwar noch gewesen, man will das Fest aber nicht ins Uferlose und Ungemütliche laufen lassen. Deshalb soll auch 2005 bei 25.000 Leuten Schluss sein.

Erster Höhepunkt am Freitag: Chemical Brothers. Die technisch gigantonmanische Show der beiden Engländer war eine Best-off Revue aller Hits mit perfekt darauf abgestimmten Visuals auf einer übermäßig großen Leinwand. Ich habe die Show bereits zum dritten Mal gesehen und fand höchstens Schade, dass sich seit dem letzten Mal vor zwei Jahren rein gar nichts daran geändert hat. Und mir kann nach wie vor keiner erzählen, dass man fürs nahezu 1:1 Nach/ Abspielen von Tracks blödsinnige 18 Midi-Keyboards benötigt. Man muss aber wiederum zugeben, dass eine Headliner-Show mit zwei Laptop-Bedienern auch wieder langweilig und sein Geld nicht wert wäre.

Neben so immer tollen Sachen wie Koze oder Alter Ego brachte der Freitag die Schranz-Verschmäher - eigentlich wie jedes Jahr - nicht weiter in Entscheidungsnöte. Carl Cox oder Rush oder Monika Kruse? Ich habe mich für eine Pause entschieden. Auch wenn einen unter bestimmten Geistes-Umständen eine Rush-Show vor 6.000 Feiernden bestimmt schon mitreißen könnte. Dafür haben mir dann Richie Hawtin und Ricardo Villalobos ab fünf Uhr morgens den Schlaf und den Verstand geraubt. Zwar keine erkennbaren Headliner-Qualitäten aber definitiv das richtige DJ-Team für diese Uhrzeit.

Für den Intro-Geschmack kam da der Samstag schon wesentlich besser. Nach einem tollen Genre-Mix-Set von Adam Freeland auf der Mainstage folgte das nächste Highlight des Festivals: Lamb. Das Duo verkündete jedoch traurigerweise seinen allerletzten Auftritt. Warum konnten wir leider nicht mehr recherchieren, werden aber lange von diesem energischen Set schwärmen.
T.Raumschmiere brachte mit seiner Band endlich den Rock´n´Roll aufs SMS. Und gleich den diesjährigen Slogan mit auf die Bühne: "Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne" wiederholten Marco Haas und Sänger Marc Weiser immer wieder gern. Ein unglaublicher Auftritt vor mehr als 5.000 Leuten, von denen allerdings einige meinten, dass T.Raumschmiere ohne Band noch mehr aus sich heraus kommt.

Matthew Herbert stellte dann allerdings alle anderen in den Schatten. Zu Beginn seines Sets mussten 300 Leute vor der Tür bleiben. Die Luft brannte. Spannung, was der Groß-Meister denn nun in seiner Plattentasche hatte. Reggae? Soul? Knister-Geräusche oder etwa doch endlich mal wieder feisten Techno? Zur Freude aller kramte Herbert das geilste Techno-Set des Festivals aus der Tasche. Tracks, die kaum einer kannte, aber alle super fanden. Nach seinen letzten beiden (er kann es nicht lassen) Reggae-Platten löste ein gut gelaunter Erlend Oye mit Platten-Dreher-Assistent Phonique ab und stimmte melodiösere Zeiten an. Abwechslung tut gut und die Leute dankten es ihm mit zahlreicher Präsenz und bester Stimmung. Und International Pony mit gekonnten Tanzeinlagen auf der Bühne.

Ich könnte jetzt noch ganz viel über persönliche Erinnerungen am See, auf dem Freshboat und sonstwo erzählen, aber das muss einfach jeder selbst mal erleben. Das SMS ist nämlich eine sehr zu empfehlende Großveranstaltung. Auch für Leute, die Großveranstaltungen nicht mögen. Wenn hier und da noch an der Deko der Zelte, des Geländes und einer besseren Aufteilung des Programms der beiden Tage gearbeitet wird, bleibe ich auf jeden Fall Stammgast.