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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

The Four Walls

Languis

So sehr Languis mit ihrer Verschmelzung von Elektronik und Gitarrenpop auch in futuristisches Terrain vorstoßen wollen, die Zukunft bleibt doch wieder in den Achtzigerjahren kleben. Marcos Chloca und Alejandro Cohen haben für ›The Four Walls‹ eine klare Pop-Sprache entwickelt, also konventionelle,
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So sehr Languis mit ihrer Verschmelzung von Elektronik und Gitarrenpop auch in futuristisches Terrain vorstoßen wollen, die Zukunft bleibt doch wieder in den Achtzigerjahren kleben. Marcos Chloca und Alejandro Cohen haben für ›The Four Walls‹ eine klare Pop-Sprache entwickelt, also konventionelle, eingängige Wave-Songs, die mit Hilfe getragener Keyboard-Passagen und sich versunken um die stets gleichen Harmonien drehender Gitarrenriffs in die Länge gedehnt werden. Das klingt ein wenig wie Underworld ohne Dance-Faktor. Um als Songs zu funktionieren, sind die Stücke zu lang und/oder ideenlos, doch Monotonie vermag sich hier auch nicht in Intensität zu wandeln, sondern zieht nur Kreise, deren Verlässlichkeit das Album ins Nebensächliche rückt. Gewisse, durchaus stimmige Ansätze sind erkennbar, ein Bogen von Echo & The Bunnymen bis zu The Jesus And Mary Chain, der hier wohl als ähnlich opulentes Electro-Rock-Sinfonie-Konzept wie im Fall von Spiritualized hat funktionieren wollen, aber in der Schleife der Gewolltheit träge kreiselnd hängen bleibt. Zu viel Pomp und romantisch intendiertes Flickwerk verweisen da eher auf jene Achtziger, die besser vergessen bleiben, auf Cure-Adepten wie And Also The Trees oder ärgstenfalls sogar auf U2. Hier sollte vieles zusammengebracht werden, doch Schichtung alleine sorgt noch nicht für Spannung, sondern kann auch Ballast, also Trägheit hervorrufen. Oder steht uns am Ende gar ein Revival der New Romantics bevor, das gar nicht anders als schwerfällig funktionieren will?