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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Lust For Life«

Lana Del Rey

Lana Del Reys mehrbödiger, neblig zarter Dream-Pop hat entfernte Verwandtschaft im Dschungel. 
Geschrieben am
Zu den bemerkenswertesten Texten des leider verstorbenen Roger Willemsen gehörte sein Essay zum Dschungelcamp 2014. Im Zentrum dieser »Deutungsmaschine« sah der Gelehrte damals Larissa Marolt und schwärmte: „Alle fragen sich (…), was ihr Eigentliches ist, was sie im Innersten zusammenhält, und so gibt es auch nichts, das man ihr nicht schon unterstellt hätte: Sie spielt, sie ist unecht, voller Kalkül, auf Entzug, sie lügt, ist ein Kind, ein Tollpatsch, unreif, wenn nicht irr.« Man genieße »die Raffinesse in der Naivität« und male »Gänsefüßchen in die Luft«.

Mit der Marolt werde das Camp zu Camp. Diese Worte beschreiben auch Lana Del Rey, die ästhetisch betrachtet Dream-Pop spielt, konzeptuell aber Camp ist. Ihr perfekt austarierter Halbschlaf-Schnoddertonfall ist zutiefst »maroltesk«, ihr Sound eine künstliche Infusion von Melatonin mit einem Hauch LSD. Aus dem Nebel ihres Pop-Slowcore entsteigen auf ihrem vierten Album HipHop-Beiträge unter entscheidender Mitwirkung von A$AP Rocky, doch sind diese nicht der einzige Grund, weshalb derlei fadenwolkensanfte Musik einen »Parental Advisory«-Sticker trägt. Die Sittenwächter wissen: Diese gespielte Unschuld mit Blümchen im Haar ist eine Medusa.

Lana Del Rey

Lust for Life

Release: 21.07.2017

℗ 2017 Lana Del Rey, under exclusive license to Vertigo/Capitol, a division of Universal Music GmbH