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Spectre

Laibach

Musikalisch mag Laibachs »Spectre« keine grundsätzliche Kursänderung bedeuten, auf textlicher Ebene aber wird nicht mehr gekitzelt, gibt es keine Rätsel mehr, sondern einen direkten Aufruf zur Revolution.
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Seit jeher sind Laibach Experten für totalitäre Mechanismen. In Titos Jugoslawien war die Band von ihrer Haltung her mehr Punk und eine größere Provokation, als es Malcolm McLaren im anglo-amerikanischen Kontext je hätte werden können. Und sie waren nie allein, hatten stets weitere Formen der Kunst als Komplizen dabei. Gemeinsam gaben sie – immerfort politisiert – Kommentare zur Zeit ab. Zunächst blieb alles abstrakt, wurde dann immer konkreter. Und jetzt halten sie die Entwicklungen nicht mehr aus, die ungebremsten Exzesse der internationalen Finanzwirtschaft, die Kontrolle der Wirtschaft über die Politik, den Kontrollverlust über die Geheimdienste.

Das alles riecht schon wieder nach einer neuen Form des Totalitarismus, und das wiederum provoziert Laibach. Musikalisch mag »Spectre« keine grundsätzliche Kursänderung bedeuten, auf textlicher Ebene aber wird nicht mehr gekitzelt, gibt es keine Rätsel mehr. »No control, president or parliament« – die Antwort auf eine nicht mehr kontrollierbare globale Wirtschaft mit ihren rücksichtslos vertretenen Interessen kann nur international ausfallen, und in diesem Sinne ist dieses Album der direkte Aufruf zur Revolution. »Cos’ if you don’t – no one else will.«

 

In drei Worten: Kunst / Politik / Revolution