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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Floating Features«

La Luz

La Luz sind nach ihrem letzten, von Ty Segall produzierten Album geschlossen aus Seattle nach Los Angeles gezogen. Dort wurde ihre neue LP zu einem erfrischenden, retrospektiven Surf-Pop-Album in Technicolor.

Geschrieben am

La Luz’ Ortswechsel aus dem verregneten Nordwesten in den Golden State ist für den Sound der Band durchaus logisch und passend: hier der knallige Surf-Twang, der an den Stränden von Kalifornien geboren wurde, dort die süßen Popmelodien von 1960er-Girl-Bands, die Phil Spector in Hollywood mit seiner Wall Of Sound bewusst überproduzierte und somit zum Glänzen brachte. La Luz spiegeln sich mit ihrer Musik im Gegenlicht der Traumfabrik Hollywood, nutzen die Mittel der Überinszenierung und machen daraus alternatives (Klang-)Kino mit Substanz und einem gewissen Trash-Faktor – man schaue sich nur einmal das Video zu »Cicada« an.

So detailreich und glasklar produziert wie auf ihrem neuen Album »Floating Features« klangen La Luz zuvor aber nicht. Ihr aktualisierter Stil erinnert vielmehr an eine Lana Del Rey mit Fuzz-Pedal. Schlichter und schöner als La-Luz-Sängerin Shana Cleveland in den Lyrics zum 1960er-Pop-Abgesang »Walking Into The Sun« hat Frau Del Rey das Dilemma der Liebe in der bitteren Tellerwäscher-Realität des La La Lands aber auch noch nie umschrieben: »What’s the use of being cool, all alone inside my room. What’s the use of being free, if you’ll give your heart to me.« Der Blick unter die Oberfläche lohnt sich bei dieser vermeintlichen Sommerplatte, die sich in ihrer formidablen Zwiespältigkeit und den Schwarz-Weiß-Kontrasten, die sich durch die Covergestaltung und die Texte ziehen, auf die Spuren der legendären Shangri-Las und David Lynchs »Mulholland Drive« begibt.

La Luz

Floating Features

Release: 11.05.2018

℗ 2018 Hardly Art