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»I Forgive Nothing«

Kristoffer Bolander

Das erste Soloalbum des Schweden löst genau das ein, was vielen anderen Songwriter-Platten zu wünschen wäre: dass sie aus ihrer wohltemperierten Vorhersehbarkeit ausbrechen.
Geschrieben am
Kristoffer Bolander hat in seiner Karriere bereits einiges hinter sich: Nach soliden Zeiten mit seiner Folk-Band Holmes wagt sich der optisch an den jungen Phil Collins erinnernde Songwriter nun aufs Solo-Terrain. Der Titel »I Forgive Nothing« ist einer Paraphrase aus dem Roman »Melone stirbt« von Samuel Beckett entnommen, und dessen lyrische Innerlichkeit spiegelt sich in den Texten des Schweden wider. Auch wenn dieser selbstreflexive Ansatz natürlich viele Songwriter-Alben prägt, geht in diesem Fall alles auf. Die feinfühlige Stimme des Künstlers ist gefühlsbetont, aber nicht rührselig, und musikalisch addiert er viele stimmige Details.

Nach einem recht unspektakulären Beginn kann sich vor allem der Lap-Steel-Gitarrist Johan Björklund, ein musikalischer Weggefährte aus Holmes-Zeiten, ein ums andere Mal gekonnt in Szene setzen. So entstehen rauschende Instrumentalpassagen wie in »In Vain«, die an die Kratzbürstigkeit von Neil Young & Crazy Horse erinnern. Mit Minimalismus kennt sich Bolander ebenfalls aus: eine effektvolle Mundharmonika in »Home«, dezent platzierte Soundscapes im pastoralen Schlussstück »Scale«. Glücklicherweise hat der Schwede auch auf einen absolut vorstellbaren Radio-Hit verzichtet, sodass die Platte idealerweise als atmosphärisches Ganzes funktioniert – und sich insgesamt als treuer Begleiter in der kalten Jahreszeit empfiehlt.

Kristoffer Bolander

I Forgive Nothing

Release: 23.10.2015

℗ 2015 Tapete Records

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