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Kratz dich raus

Hans Unstern

Verkatert aus dem Fenster starren und deshalb leider nichts lesen können – kennt man ja, an diesen Tagen wird "Kratz dich raus" ein warmer Freund sein.
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Verkatert aus dem Fenster starren und deshalb leider nichts lesen können – kennt man ja, an diesen Tagen wird "Kratz dich raus" ein warmer Freund sein.

Als hätten die späten Goldenen Zitronen ein Album unter der strengen Regie eines Leierkastenmanns im Gartenhaus einer Gründerzeitvilla, die früher mal Blixa Bargeld gehört hat, eingespielt. Zu völlig unbestimmbarer Zeit. Eine Rockband, eine Klarinette, Trompete, Piano, weißderhenkerwas, ist auch egal. Wichtig ist Hans Unstern, dieser Protegé der Neu-Berliner Ja, Panik, dem ein Refrain augenscheinlich nie wirklich wichtig war.

Gepriesen dagegen das Rezitativ, das beinahe sachliche Säuseln von Zeilen wie "Der freie Fall rät deinem Wolkenbruch: Durchfliege den Violettboden". Das mag wie das Pausenprogramm einer überambitionierten Bücherlesung oder unter Umständen wie das Highlight des Artsy-Fartsy-Festivals klingen, verdient diese Fantasie aber am Ende dann doch nicht. Für alle, die den Distelmeyer in sich lodern spüren, die die klassische Lyrik noch nicht aufgegeben haben oder auf langen Bahnfahrten verkatert aus dem Fenster starren und deshalb leider nichts lesen können, wird diese Platte ein warmer Freund sein.

In drei Worten: Lodern / Wolkenbruch / Leierkasten-Core



[tour artist=Hans Unstern]