×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

The Story Of Konk

Konk

A Certain Ratio To Each ... Beide Soul Jazz / Indigo Obacht, Nachgeborene! Weiter geht’s mit der historisch-kritischen Aufarbeitung von Post Punk und No Wave diesseits und jenseits des Atlantiks, gewissermaßen der überfälligen Ausdifferenzierung der beiden Soul-Jazz-Überblickskompilationen ›In
Geschrieben am
A Certain Ratio
To Each ...
Beide Soul Jazz / Indigo

Obacht, Nachgeborene! Weiter geht’s mit der historisch-kritischen Aufarbeitung von Post Punk und No Wave diesseits und jenseits des Atlantiks, gewissermaßen der überfälligen Ausdifferenzierung der beiden Soul-Jazz-Überblickskompilationen ›In The Beginning There Was Rhythm‹ (britische Szene) und ›New York Noise‹ (New Yorker Szene). Konk dürften dabei eine echte (Wieder-) Entdeckung sein. Die Band um den Saxophonisten Dana Vlcek war seinerzeit eher ein Sounds-Gerücht, als dass man deren Maxis tatsächlich zu Gesicht bekommen hätte. Insofern ist dank Soul Jazz, aber auch dank der Kompilationen ›Anti NY‹, ›Downtown 81‹ oder ›New York No Wave‹ die Situation des hierzulande Interessierten deutlich besser als 1981/82. Konk bestanden aus Mitgliedern von Jean-Michel Basquiats Band Gray (zu deren Umfeld auch Vincent Gallo gehörte), Sonic Youth (Richard Edson) und Musikern aus dem Umfeld von Glenn Branca. Konk spielten stark perkussive Latin-Tracks mit Bläsersätzen, Funk-Gitarre und -Bass, und dank dieser sehr funktionalen Mischung waren Konk eine der wenigen Bands, die live in der Hip-Disco Paradise Garage spielen durften, wo sie sich auch live von DJs mixen ließen. Am Stück durchgehört, ist die Musik von Konk etwas wenig abwechslungsreich, aber vielleicht sollten wir noch mal im Sommer drüber reden. Einige der teilweise über acht Minuten langen Tracks sind schlicht großartig, insgesamt aber haben Konk als (Wieder-) Entdeckung nicht das umwerfende Kaliber von Arthur Russell. Was man von dem Debütalbum von Manchesters A Certain Ratio nicht behaupten kann, denn das ist der ganz heiße Scheiß! Was in diesem Fall eher bedeutet, dass der heiße Scheiß direkt aus dem Kühlhaus kommt. Bleibt so länger frisch! Factorys Martin Hannett hat sensationell produziert, und die eigenwillige Mischung aus perkussivem Dauerfeuer, Funk-Bass, Trompetenfanfaren und Simon Toppings Gesang, der sehr an Ian Curtis (et vice versa) erinnert, ist sehr hallig und flächig gestaltet – wie ein unscharfes Foto ist hier alles leicht verwischt. Wer immer schon wissen wollte, warum das erste Palais-Schaumburg-Album so klingt, wie es klingt, bekommt hier essenzielle Antworten. ›To Each ...‹ ist ein Meisterwerk. Aus derselben Session, die übrigens in New Jersey stattfand und der wir – A Certain Ratio waren großzügig – auch einige E.S.G.-Klassiker verdanken, weil die Briten ihre Studiozeit nicht brauchten und sie weiterverschenkten, stammt auch das 82er-Album ›Sextet‹, das den Single-Hit ›Knife Slits Water‹ beinhaltet. Kommt bestimmt demnächst auch noch, was man nur begrüßen kann.