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Minimal-Maximal

Köln-Sound

31.03.06, Köln, Studio 672: Chloé & Superpitcher / 01.04.06, Köln, Subway: Ada & Gebrüder Teichmann Verglichen mit dem Berliner Nachtleben ist die Kölner Clubszene im Bereich der elektronischen Tanzmusik recht überschaubar. Minimal Techno der Kölner Pr&au
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31.03.06, Köln, Studio 672: Chloé & Superpitcher / 01.04.06, Köln, Subway: Ada & Gebrüder Teichmann

Verglichen mit dem Berliner Nachtleben ist die Kölner Clubszene im Bereich der elektronischen Tanzmusik recht überschaubar. Minimal Techno der Kölner Prägung kreierte dennoch (oder vielleicht gerade deswegen) einen Sound, der weltweit Beachtung fand und als Trademark der Stadt gilt: Minimal ist Kompakt und ist auch Köln. Doch gibt es diesen speziellen Kölner Sound noch, der sich in Produktionen und DJ Sets finden lässt? Die Frage nach dem Sinn von städtespezifischen Zuschreibungen drängt sich auf in Zeiten, in denen die Grenzen zwischen House, Techno und Minimal zusehends verschwimmen. Die andauernde Bedeutung des Netzwerkes um Kompakt, dem Traum Triumvirat, Boxer und Ware, ist im Kölner Nachtleben dennoch offensichtlich. Insofern schmerzt der Wegzug des Areal Labels nach Berlin, da es in den letzten Jahren auch an der Mythenbildung beteiligt war. "Total Confusion" im Studio 672 ist der direkteste link zu Kompakt und bietet die Möglichkeit, die eigene Definition eines Minimalsounds auch im Booking zu verwirklichen. Wie gesagt: Mit der Clubdichte der Hauptstadt kann Köln zwar nicht mithalten, jedoch gibt es mindestens drei gute Clubs: das Studio 672, das Subway und das Gewölbe, die durch ihr gutes Booking hervorstechen und für guten Geschmack im Bereich elektronischer Musik stehen. Und das zeigte sich dieses Wochenende auch mal wieder an dem hochkarätigen Lineup: Chloé und Superpitcher, Ada und die Gebrüder Teichmann. Was will man mehr?

Am Freitagabend durften wir von den guten Beziehungen profitieren, die Kompakt zu dem Pariser Karat Label unterhält, ein Verbündeter in der konstanten Verbesserung des Minimalsounds, die uns einen Gastauftritt von Chloé bescherten. Superpitcher baute sein Set langsam auf, mit Tracks, die ähnlich seiner letztjährigen "Today" Mix-CD eher ruhig und melodisch rockten, um sich dann langsam zu steigern. Kurz vor dem Siedepunkt übernahm dann Chloé mit einem abwechslungsreichen, energetisches Set mit vielen Highlights, Acid-angehauchten Tracks, dazu Intensität und Deepness. Ein Set, das konstant spannend blieb und ihren Ruf als geschmacksichere Djane unterstreicht.

Am Samstag spielte dann Ada eines ihrer überragenden Livesets im gnadenlos vollen Subway, ein Event, den wir einem eher unerfreulichen Wasserrohrbruch im  Januar zu verdanken haben. An jenem Abend sollten nämlich die Gebrüder Teichmann  ein Liveset im Subway spielen, welches buchstäblich ins Wasser fiel und fanden Zuflucht bei Ada, die zeitgleich auf der Stylepark Party unserer Kollegen vom Spex spielte. Um sich dafür zu bedanken, luden sie Ada ein, mit ihnen zusammen ihren Nachholtermin im Subway zu bestreiten. Eine Kette von Zufällen also, die zu diesem tollen Lineup geführt hat.

Ada steht ja für die etwas poppigere Variante des knarzigen Arealsounds - und sie brachte die Besucher zum Ausrasten. Ihre Tracks funktionieren im Club auch ohne Vocals und ich entdecke immer wieder neue Facetten in ihnen. Als Bonus spielte sie exklusiv einen ihrer neuen Tracks. Die Gebrüder Teichmann hatten dann ein leichtes Spiel und brachten noch mehr Slammer, so dass keiner unzufrieden blieb. Ein energetisches Liveset ihrer Festplattensounds mit viel Gespringe von Andy, welches die euphorische Stimmung an diesem Abend ganz gut verdeutlicht. Egal wie man zur Mythenbildung um den "Sound Of Cologne" steht, dem Kölner Nachtleben scheint sie jedenfalls gut zu tun.