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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Gaijin«

KMPFSPRT

Ist da immer noch Platz zwischen Adam Angst, Post-Hardcore, Deutschpunk und den Ärzten? KMPFSPRT treffen den Nerv der Zeit, zeigen politisch Kante. Nur musikalisch ist nicht ganz klar, ob das jetzt Kellergeknüppel oder Stadionrock sein möchte.

Geschrieben am

Chöre? Ja, KMPFSPRT stehen jetzt auf Chöre, etwa in »Pauken & Trompeten«. Vielleicht ein wohliger Ausgleich für das Unbehagen und die Wut, die der Alltag immer noch und vielleicht immer stärker hervorruft: »Wir kleiden uns schwarz, weil es dunkler nicht geht« (»Schwarz«). Gegen Dummheit und Missstände spielen KMPFSPRT auch auf »Gaijin« (japanisch für Außenseiter) wieder an. Ein bisschen mehr Post-Deutschpunk, ein bisschen weniger Post-Hardcore und mit Daniel Plotzki als neuem Schlagzeuger (der ehemals mit Dennis und Richard bei Fire In The Attic spielte) auch etwas wohltuendes Jugend-Sentiment.

Keine Frage, die relevanten textlichen Botschaften sortieren die Band bei den Guten ein. Das vollmundige Gitarrenrock-Korsett untermalt diese Dringlichkeit, unternimmt aber auch den Versuch, glückselige Refrains und schnelles Geballer zu vereinen. Befreit vom stumpfen Bierdosenimage des Deutschpunk und weg vom Screamo-Geknüppel der Frühphase, pinnt das die Zustandsbeschreibung unsicherer Twentysomethings möglicherweise adäquat fest. Der künstlerische Anspruch indes würde sich ein bisschen mehr Brechstange und Panik und weniger Harmonieseligkeit wünschen.

KMPFSPRT

Gaijin

Release: 30.03.2018

℗ 2018 People Like You Records