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Im Studio: Songs wie kleine Babys

KMPFSPRT

Im April verkrochen sich KMPFSPRT im Studio. In der Abgeschiedenheit des rheinischen Troisdorf werkelte die Punkrock-Combo an ihrem Debütalbum. Wir haben bei Gitarrist und Sänger David Schumann nachgefragt, wie die Aufnahmen verlaufen sind und was uns erwartet.
Geschrieben am
Wie sind die Aufnahmen gelaufen? Hat alles so funktioniert, wie ihr es vorher geplant hattet? Gab es überhaupt einen fixen Plan?
Alles in allem sind die Aufnahmen super gelaufen! Wir sind innerhalb derselben Zeit fertig geworden, die wir damals für die EP mit nur halb so vielen Songs gebraucht haben. Also ja, alles nach Plan, der allerdings auch nur darin bestand, alles so gut wie möglich einzuspielen und uns damit nicht selbst finanziell zu ruinieren.

Ihr habt alle bereits mit anderen Bands aufgenommen und seid für die Aufnahmen zur Debüt-EP gemeinsam im Studio gewesen. Wie war es, jetzt als KMPFSPRT erstmals für eine längere Album-Session aufeinanderzusitzen?
Eigentlich war alles wie immer, zumal wir ja auch wie bei der EP und schon mit den Bands vorher in den Gernhart-Studios aufgenommen haben. Für mich persönlich war aber die Aufbruchsstimmung irgendwie größer, da ein Album ja doch noch mal was anderes ist als eine EP: Es reicht nicht einfach gute Songs zu haben, das Gesamtpaket muss auch stimmig sein. Deswegen haben wir – bei allem Stress, den so Aufnahmen immer mit sich bringen – die Zeit auch sehr genossen. Es gibt einfach nichts Schöneres als die Songs wie kleine Babys Gestalt annehmen zu sehen.

Gab es Anzeichen von Lagerkoller?
Lagerkoller gab es schon allein deshalb nicht, weil wir ja alle arbeiten und uns im Studio deswegen auch immer abgewechselt haben und nie zu viert im Aufnahmeraum saßen.

Hattet ihr die meisten Stücke bereits fertig oder sind auch neue Lieder im Studio entstanden?
Wir hatten das ganze Album vorher fertig. Bei einer Band unserer Größenordnung geht das auch gar nicht anders. Studiozeit kostet ja viel Geld und das bezahlt niemand für uns. Das einzige was im Studio noch entstanden ist, sind ein paar Gitarrenmelodien und Gesangslinien, der Rest stand vorher schon. Das haben wir uns in wochenlangen Proberaum-Sessions hart erarbeitet. Lustigerweise sind die zwei Songs, die wir noch in den letzten Tagen bevor es ins Studio ging schnell geschrieben haben bis jetzt meine Lieblinge.

Ihr habt auf Facebook ein Foto von einer Tafel mit den Lied-Titeln und Kommentaren der Bandmitglieder veröffentlicht. Es sieht ein bisschen so aus, als hättet ihr »4 gewinnt« gespielt. Was hat es damit auf sich?
(lacht) Ja, es sieht echt aus wie »4 gewinnt«. Das Storyboard hatten wir auch schon bei der EP dabei, darauf kann man immer gut sehen, wie weit man mit den Aufnahmen ist: In der oberen Reihe sind die Musiker in ihren verschiedenen Funktionen wie Sänger, Gitarrist und so weiter. Immer wenn einer mit dem Einspielen seiner Parts in einem Lied fertig ist, macht er ein Herz in das entsprechende Feld. Das lockert alles irgendwie auf und man vergisst auch nicht etwas aufzunehmen. Außerdem bin ich großer Fan von Richards (Gitarre, Anm. d. Verf.) Zeichnungen!

Was liegt euch mehr, im Studio zu arbeiten oder auf Tour zu sein und Konzerte zu spielen?
Ich glaube, beides hat seine eigenen Reize. Klar ist es viel unmittelbarer und emotionaler, live zu spielen, wenn man die Reaktionen des Publikums sieht und hört, wie die eigenen Texte mitgesungen werden. Das wird wahrscheinlich jede Band der Welt so sagen. Aber ich finde auch die Studiozeit immer großartig, weil man da eben das Fundament für die nächsten Jahre schafft. Klar ist es auch manchmal stressig, wenn man irgendeinen Part 100 Mal einspielen muss, bis er sich endlich gut anhört, aber dafür ist es das am Ende auch immer wert. Das fertige Album zum ersten Mal zu hören, ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ich weiß noch, wie wir am letzten Studiotag alle zum ersten Mal zusammen die Songs durchgehört haben und  unser Bassist Dennis neben mir sichtbar Gänsehaut hatte. Und ich Tränen in den Augen. Das ist einfach unschlagbar.

Wenn du ein paar Monate in die Zukunft schaust, was denkst du, wo wird die Reise mit dem Debütalbum hingehen?
Das ist eine schwere Frage. Ich hoffe natürlich, dass uns die Reise in die Anlagen und MP3-Player der jungen wie alten Punkgeneration führt, dass die Songs den Leuten etwas bedeuten und wir etwas geschaffen haben, das nachhaltig ist und gut. Alles andere, Dinge wie große Shows, Touren, Verkaufszahlen und ähnliches, sind reine Zugabe und interessieren mich nicht so sehr wie das Gefühl das wir und hoffentlich die Leute haben, wenn wir die Songs live spielen.



Mehr zu KMPFSPRT gibt es auch in unserem Deutschpunk-Spezial.