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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Rilo Kiley und Madeleine live

Kleine Morde unter Freunden

12.07.05, Gebäude 9, Köln Irgendwie wusste man nicht so recht, was man davon halten sollte, als Rilo Kiley vor einiger Zeit verkündeten, sie wollten die Indie-Kanone Saddle Creek zugunsten eines Major-Deals und der Hoffnung auf eindrucksvollere Verkaufszahlen verlassen. Immerhin hatte der E
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12.07.05, Gebäude 9, Köln

Irgendwie wusste man nicht so recht, was man davon halten sollte, als Rilo Kiley vor einiger Zeit verkündeten, sie wollten die Indie-Kanone Saddle Creek zugunsten eines Major-Deals und der Hoffnung auf eindrucksvollere Verkaufszahlen verlassen. Immerhin hatte der Erfolg von Saddle Creek für Jenny Lewis und Co. schon einen großen Schub bedeutet, der gar nicht so ohne Weiteres zu toppen sein dürfte. Aber das wird sich zeigen. Gestern wurde allerdings bereits klar: Das Reisen sieht plötzlich schon viel komfortabler aus. Ein opulenter Tourbus hockte vorm Gebäude 9. Dahinter: Für die gefühlten 90 Grad Celsius vor und einigen hundert in der Halle war gar nicht so wenig (vornehmlich junges) Volk gekommen, um sich die fünf Kalifornier/Innen anzuschauen. Lag vielleicht am angeblich großartigen Konzert vor circa zwei Jahren (?) am gleichen Ort.

Tatsächlich konnte mich der circa 90-minütige Auftritt, das vorweg, nicht so sehr umgarnen wie viele andere in der Halle und unserem Forum. Jenny Lewis' Bühnenpräsenz und Stimme war wie so oft (wie z.B. damals in New York) großartig, okay. Aber der komisch grelle Sound torpedierte vor allem bei den weicheren Songs doch etwas zu häufig das Beseelte der Musik - High-End-In-Ear-Monitoring hin oder her. Vielleicht war es auch nur die Hitze, aber das reichlich selbstverliebte Solo-Abgeilen des Gitarristen (früher nannten wir so was in unserer schwäbischen Jugend noch begeistert 'Gniedeln'), das auf Platte ja eine durchaus individuelle Note der "Mainstream Country"-Band (O-Ton Stadtrevue) ausmacht, nervte zudem hier und da stärker als zumindest mir lieb war. Und dennoch: Diese Band, die gegen die Hitze und das davon zunächst (später nicht mehr) gelähmte Publikum anspielte, hat generell Potential bis zum Abwinken. Das bewies nicht zuletzt der Hitblock aus 'Execution Of All Things' und 'Portions For Foxes'. Nur meins war es dieses eine Mal nicht so ganz.
Nichts für ungut, Hardcore-Fans. Friss Staub, Hitzwelle.

P.S.: Im Vorprogramm spielten Madeleine, die ich leider verpassen musste. Wer mehr weiß, der poste doch mal bitte eben einen Satz hier drunter.