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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Kiss Each Other Clean

Iron And Wine

Floridaboy Sam Beam schamlos rauscharm und ohne gewohnte Präsenz. Ab ins Schlafzimmer, Baby!
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Floridaboy Sam Beam schamlos rauscharm und ohne gewohnte Präsenz. Ab ins Schlafzimmer, Baby!

Der sehr Bärtige ist zurück. Sam Beam a.k.a. Iron And Wine hatte die Folk-Koordinaten zwischen 2002 und 2005 von seinem Schlafzimmer aus bekanntermaßen neu justiert: Gitarre, Bandmaschine und die mit Brian-Wilson-Flavour geschichteten Gesangsspuren führten zur demütigen Konsensschmelzung von Pop-, Folk- und Indiemob. Spätestens 2010 allerdings war Beam endgültig in der modernen Studiowelt angekommen. Und offensichtlich haben viele Jungs mitgequatscht und -produziert: Beats, Synthies, Saxofone, Kling und Klong.

Das Ergebnis ist tight und selbstverständlich rauscharm produziert, wirkt aber merkwürdig zusammenhanglos und spröde. Schade. Vor allem Sam Beams dickstes Pfund - die Präsenz seiner Stimme - wiegt durch die Herumspielerei mit Effekten, Filtern und Firlefanz nur noch halb so schwer. Tatsächlich steckt in einigen aktuellen Electro/House-Produktionen - z. B. dem großartigen John-Roberts-Album - mehr Eisen und Wein als in »Kiss Each Other Clean«. Trotz alledem betreibt Samuel Beam auch 2011 zweifellos eines der weltweit herausragenden Songwriterprojekte und wird auch unseren Kartoffelacker im Februar mehrfach live sauberknutschen. Und nicht nur Schlafzimmerblicke ernten.

In drei Worten: KARTOFFELACKER / PFUND / FOLKMOB