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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Chicken Wings & Beef Fried Rice

Kirlian

Diese Platte ist irgendwie unbeschreiblich. Ich weiß nicht recht, ob Musik oder Selbstinszenierung den Antrieb dafür gaben. Abe Duque ist beides, Schauspieler und Soundtüftler. Der allmighty Herrscher über Abuse Industries, ein Produktionsstudio, sowie diverse Labels hat laut Info mit seinem ersten
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Autor: intro.de

Diese Platte ist irgendwie unbeschreiblich. Ich weiß nicht recht, ob Musik oder Selbstinszenierung den Antrieb dafür gaben. Abe Duque ist beides, Schauspieler und Soundtüftler. Der allmighty Herrscher über Abuse Industries, ein Produktionsstudio, sowie diverse Labels hat laut Info mit seinem ersten Album als KIRLIAN sein soziales Umfeld analysiert und musikalisch umgesetzt. Die acht Tracks wirbeln dann auch in der Tat mit vielerlei Experimenten um sich. HipHop-Grooves, spärliche Ethnocollagen, minimalistisches Fiepen und harte elektronische Schläge, die „Then After That ...' oder „You Can’t Have It' heißen. Ob gerade dieser Teil des Albums repräsentativ für Duques Egozentrismus ist, klärt sich durch die reichhaltige optische Beilage. Sieht man sich das Cover und das beigefügte Erlebnis-Booklet des gebürtigen Lateinamerikaners an, so springen einem erst mal massenweise Brüste und halbe Hähnchen ins Auge, zwischen denen der potente Abe in Streetfighter-Pose die Fäden in der Hand hält. Richtig geraten, wir befinden uns mitten in Hollis (Queens), N.Y.C. Ähnlich den permanent unterprivilegierten Gangster-Rappern, die mit großer Fresse über ihre Lage nölen und im gleichen Zug die Aggression mit ihrem letzten Funken Macht an den Nächstschwächeren auslassen, scheint Abe auch der King of his Hood zu sein. Alle Männer bewundern ihn, alle Frauen ficken ihn, prima Vorstellung fürs erste. Als Freund der sinnlichen Wahrnehmungen kommt neben dem angenehmen Herumschnüffeln in weiblichen Weichteilen natürlich auch das Essen vor. Fast food rules und Anton Pohlmann for president. Ähnlich ICE-T am Swimming-Pool fühlt er sich wohl, nur will er, daß alles so bleibt und gibt sicherlich gerne Ratschläge für das Erlangen von Street-Credibility. Das ist der Unterschied zu o. g. Motherfucker.