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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Talfahrt zur Futterkrippe

Kippen

Die Band heißt Kippen, und das Label nennen sie Damenklo. Alles klar. Die Mädchen kreischen empört, die Jungs giggeln dämlich.
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Die Band heißt Kippen, und das Label nennen sie Damenklo. Alles klar. Die Mädchen kreischen empört, die Jungs giggeln dämlich. Das hier ist Deutschpunk, das hier sind Straßenköter mit Botschaft. Das ist kraftvoll und schön für die, die's verstehen und sich darin zu Hause fühlen.

Natürlich ist das nicht die Spitze des Genre-Eisbergs, Ex-Grätenkind Christian ist kein Jens Rachut und kein Jonny Bauer, kein Fetzer und auch kein Jan Windmeier. Trotzdem geht die Ansprache der zwölf Songs dieses Debüts weit über das Wiederholen bloßer Stilfloskeln hinaus. Punk ist ja auch emotionale Konsolidierung auf niedrigem Niveau, Überleben mit stolz erhobenem Kopf also. Und es tut gut, dass es sich in dieser Musik so gemütlich schimpfen lässt. Wie gesagt, das sieht nicht jeder so, aber solange es nicht alle so sehen, ist der Reiz nur noch unwiderstehlicher. Kippen jedenfalls sind ein beispielhaftes Exemplar, auch, weil sie die richtigen Feinde erkannt und gewählt haben, das ist wichtig. Münte zum Beispiel, mit Gladbach hätte man auch noch ein bisschen rauer umspringen können, und Kotzland bleibt trotz WM Kotzland. Deshalb: tolle Platte. Wer zuletzt Herrenmagazin mochte, ist sicher auch hier dabei. Auch wenn "Talfahrt ..." etwas schrottig klingt. Aber die Band heißt ja schließlich Kippen.