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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Because Of The Times

Kings Of Leon

Flageoletts? Synthies? Hall? Flächensound? Der erste Song dauert über sieben Minuten? Was geht denn mit den Kings Of Leon, was wollen die von mir? So der erste Höreindruck. Aber schon der zweite straft den ersten Lügen, denn nicht mal mit noch so viel Hall kann man diese Band zähmen. Ihr Rock bricht
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Flageoletts? Synthies? Hall? Flächensound? Der erste Song dauert über sieben Minuten? Was geht denn mit den Kings Of Leon, was wollen die von mir? So der erste Höreindruck. Aber schon der zweite straft den ersten Lügen, denn nicht mal mit noch so viel Hall kann man diese Band zähmen. Ihr Rock bricht sich eben doch immer wieder Bahn, wirkt sogar durch den Kontrast mit der glatten Produktion konturierter, direkter. Man merkt den Songs einfach an, dass sie nicht von der Produktion leben, sondern dass es sich die Band ruhig leisten kann, auch mal zu experimentieren, was dann gegen Ende des Albums ausgiebig getan wird und beispielsweise bei „The Runner“ auch großartig klingt. So nüchtern kann man das betrachten. Aber schön und zur Band passend wäre es doch auch, die Platte detaillierter beim Saufen zu bewerten. Aber das kann man doch nicht wirklich bringen. Oder vielleicht doch?

Vorhang auf: Die Szene erhellt sich über zwei Freunden, die „Because Of The Times“, die neue Platte der Kings Of Leon, hören. Beide sind bereits nicht mehr nüchtern, der zweite Track läuft, er heißt:
Charmer
[„She stole my karma, oh no! She’s sold it to the farmer, oh no!“
Beide lachen sich kringelig]
Juri: Geiler Reim!
True Love Way
J: Der Schlagzeuger holpert so, das ist so geil. Ich glaub, eigentlich klingt nicht nur der Sänger besoffen, sondern die ganze Band!
Mick: Wobei ich find, Gitarre und Bass sind noch nicht ganz weggetreten, die haben vielleicht ein paar Bier. Aber da ginge noch was.
J: Ich weiß gar nicht, was ich zu denen sagen soll. Ich find die einfach toll. Ich würde gern mit dem Sänger schlafen.
M: Meinst du denn, der ist gut im Bett?
J: Das ist mir egal. Einfach, ums ins Tagebuch zu schreiben.
M: Wenn ich den in zwanzig, dreißig Jahren als abgerissenen Straßenmusiker auf der Domplatte treffe, dann weiß ich, was ich mit dem anstelle. Ich kauf zwei Tickets nach Berlin, und dann bring ich ihn dir.
Fans
J: E-Dur ist still alive!
[Der Sänger setzt ein]
J: Wie geil!
M: Wobei das total Springsteen ist. Ultraspringsteen sogar.
J: Wie Track neun auf der neuen Arcade Fire. Der ist auch Springsteen par excellence.
M: Springsteen ist sowieso ein Genie! Der feiert noch mal ein Riesencomeback. Irgendwann krallt sich Rick Rubin den, und dann machen die zusammen Springsteens „American Recordings“, und dann können echt mal alle einpacken, Junge.
Camaro

J: Das ist auf jeden Fall eine Band, die immer besser wird, je öfter man sie hört. Eine Band wie Whiskey. Ehrlich.
M: Es macht einfach so’n Spaß, sich das anzuhören. Das erinnert mich an den Film „Auf dem Highway ist die Hölle los“.
J: Sagt mir irgendwas.
M: Das ist ‘ne arschgeile Achtzigerkomödie. Als Kind bin ich da voll drauf abgegangen. Also ... eigentlich ist der aber total beknackt.
J: Ein deutscher Film?
M: Nee, amerikanisch. Da haben total viele ehemalige und dann abgetakelte „Topstars“ mitgemacht. Wie Sammy Davis Jr. Total dämlich, aber irgendwie fand ich den damals toll. „Auf dem Highway ist die Hölle los“.