×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Quiet Is The New Loud

Kings Of Convenience

Man trifft doch immer wieder auf Leute, die jede in sich gekehrte und ruhige Musik ablehnen, die Texte nicht mögen, nur weil sie von großen Enttäuschungen und kleinen Entmutigungen handeln. Musik habe stark und möglichst powerful zu sein, man müsse die Fäuste dazu ballen können, sonst tauge sie nich
Geschrieben am

Autor: intro.de

Man trifft doch immer wieder auf Leute, die jede in sich gekehrte und ruhige Musik ablehnen, die Texte nicht mögen, nur weil sie von großen Enttäuschungen und kleinen Entmutigungen handeln. Musik habe stark und möglichst powerful zu sein, man müsse die Fäuste dazu ballen können, sonst tauge sie nichts. Arme Seelen. “Es ist gut, Musik zu machen, die man hört, wenn man traurig ist”, sagen Eric Glambek Boe und Erland Oye von der norwegischen Band Kings Of Convenience getreu dem Titel der Platte: “Quiet Is The New Loud” heißt, dass auch in der Ruhe Intensität liegt, dass ich nicht schreien kann, wenn sich mir - den Tränen nahe - der Hals zuschnürt. “Even though I’ll never need her, even though she’s only given me pain I’ll be on my knees to feed her and spend the day to make her smile again”, heißt es in dem wunderschönen Anfangstitel “Winning A Battle, Losing The War”. Zugegeben, die Platte fällt später ab und erreicht nicht mehr die Spannung ihrer ersten Hälfte, aber was will man mehr als ein schönes Album mit hervorragend eingespielten akustischen Gitarren, gelegentlich mit Schlagzeug, Klavier und Trompete angereichert. Und obendrein wärmen einem zwei zauberhafte Stimmen die fröstelnden Ohren. Produzent Ken Nelson hat alles so natürlich belassen wie eine im norwegischen Wald verborgene Blockhütte, aus deren Kamin duftender Rauch in den Sternenhimmel emporsteigt. Den oft angeführten Vergleich mit Simon & Garfunkel halte ich zwar für eine unbekümmert anmaßende Zuschreibung, aber ab und zu scheinen durchaus die Songwriterqualitäten eines Nick Drake oder die melancholische Stimmung von Love durch. Die größte Ähnlichkeit haben die Kings Of Convenience vielleicht mit Belle & Sebastian, klingen allerdings doch ein ganzes Stück zurückgenommener und auf das Wesentliche ihrer Musik beschränkt. “Quiet Is The New Loud” könnte die ideale Platte sein, um eventuell gerade abgeebbtem Liebeskummer mal wieder neuen Schub zu geben.