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Say No More

King Sun

Zehn Jahre ist es her, daß King Sun mit seinem zweiten Album “Righteous But Ruthless” und den darauf verewigten Tracks “Be Black” und “King Sun With The Sword” neue Maßstäbe in Sachen Five-Percenter-Ism und neuem schwarzen Selbstbewußtsein setzte. König Sonne. Von
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Autor: intro.de

Zehn Jahre ist es her, daß King Sun mit seinem zweiten Album “Righteous But Ruthless” und den darauf verewigten Tracks “Be Black” und “King Sun With The Sword” neue Maßstäbe in Sachen Five-Percenter-Ism und neuem schwarzen Selbstbewußtsein setzte. König Sonne. Von seiner Physis her eine sehr imposante Erscheinung (sein Debüt war bezeichnenderweise mit “XL” betitelt), durfte man froh sein, von ihm nur mit Worten geschlagen zu werden. Wohlgemerkt “durfte”, denn daß sich King XL Sun mit “Say No More” nach eben zehn Jahren noch einmal in den Ring wirft, geht – wie Unternehmen dieser Kategorie meistens – ziemlich nach hinten los. Dabei ist es keinesfalls verbales Unvermögen – Suns Lyrik ist durchaus noch immer scharf und trifft den Punkt -, doch leider fehlt die entsprechende musikalische Basis: Die Tracks sind durchweg so unter aller Sau produziert, daß es eine Schande für die Innung der Old School (oder, wie es Herr Sun lieber möchte: “Ill School”) darstellt. Sein in “Spread Out” gezogener Vergleich mit Run DMC (unrühmlich geendet bei dem Versuch, ihr geiles Adidas-80er-Image in die 90er zu transformieren), Big Daddy Kane (seit Jahren verschollen in seidenen Bettlaken), Rakim (immer noch on the top - vorausgesetzt, die richtigen Leute produzieren) und Slick Rick (die Ausnahme, denn Märchen sind wohl so alt wie die Menschheit selbst) zeigt das Dilemma auf: HipHop befindet sich in einem ständigen Erneuerungsprozeß, und wer da seine Hausaufgaben nicht macht, verpaßt den Anschluß. “Leider” gilt wieder mal in diesem Fall.