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Mein Song und seine Geschichte

Kim Wilde über »Kids In America«

»I searched for the beat in this dirty town« – wer kann sich mit dieser Zeile nicht identifizieren? Julia Brummert traf Kim Wilde und hat sich die Geschichte hinter ihrem mittlerweile 37 Jahre alten Hit »Kids In America« erzählen lassen. Außerdem verriet Wilde, welche der zig Coverversionen ihre liebste ist.
Geschrieben am

Interview:
Julia Brummert

Der Song wurde 1980 aufgenommen, ich war 18, mein Bruder Ricky 17. Er hatte die Schule verlassen und begonnen, ein paar Demos von einigen seiner Songs zu produzieren. Damit wandte er sich an verschiedene Labels und landete bei RAK Records, das von Mickie Most betrieben wurde. Der war an vielen Klassikern beteiligt und hat unter anderem mit den Animals gearbeitet. Mickie erkannte, dass Rickys Demos etwas ganz Besonderes waren, und lud ihn erneut ein. Da habe auch ich mich eingeklinkt und Ricky gefragt, ob ich vielleicht die Backing-Vocals machen könne. Das schien mir damals eine gute Möglichkeit, Geld zu verdienen. Zum nächsten Termin mit Mickie ging ich mit – und sah großartig aus. Ricky stellte mich vor und fragte, ob es okay sei, wenn ich den Background-Gesang übernähme. Mickie schlug vor, dass wir lieber eigene Songs für mich entwickeln sollten, wenn ich so gut singen könne. Damals schrieben Leute wie Nicky Chinn und Mike Chapman viele Hits, zum Beispiel für Suzi Quatro. Mickie wollte mich mit ihnen zusammenbringen und weckte damit den Ehrgeiz meines Bruders. 

Ricky fuhr mit dem Plan nach Hause, den größten Popsong aller Zeiten zu schreiben. Er saß das ganze Wochenende in seinem Zimmer und machte all diese Sounds mit seinem Wasp-Synthesizer. Das war sehr nervig, ich konnte ja nicht ahnen, dass er an »Kids In America« arbeitet und einen solchen Hit schreiben würde. Ricky wollte all die Sounds, die er liebte, zusammenbringen, die Synthies von Ultravox, den Punk von The Clash und natürlich Pop. Ricky fragte meinen Vater, ob er einen Text für seinen Song schreiben könne. Ich ärgere mich bis heute, dass er mich nicht gefragt hat.

Es dauerte dann noch ein Jahr, bis »Kids In America« endlich veröffentlicht wurde. Es verkaufte sich 60.000 Mal an nur einem Tag. Die Leute, die für die britischen Charts zuständig waren, nahmen den Song aus der Zählung, weil sie dachten, Mickie, der damals wirklich reich war, hätte all die Singles gekauft. Es brach uns das Herz, denn die Single lief ja tatsächlich so fantastisch. Am Ende sahen sie das aber ein, und wir landeten auf Platz zwei der Charts, hinter Shakin’ Stevens’ »Green Door«. 

Mein Verhältnis zu dem Song ähnelt einer Liebesbeziehung. Nach 20 Jahren war ich müde, ich hatte »Kids In America« zu oft gesungen. Mit Mitte 30 habe ich mich aus dem Geschäft zurückgezogen und eine Familie gegründet. Eines Tages sollte ich bei einem Benefiz-Konzert auftreten und dort gemeinsam mit anderen Musikern ABBA-Songs covern. Sie flehten mich an, auch »Kids In America« zu spielen, und ich habe mich überreden lassen. Die Resonanz war unglaublich, und ich habe mich neu in das Stück verliebt. Ich freue mich über die zahlreichen Coverversionen. Meine liebste ist die von Lawnmower Deth, einer Thrash-Metal-Band. Sie haben den Spaß, den wir bei den Aufnahmen in den Achtzigern hatten, perfekt eingefangen. Viele Bands covern den Song, weil sie hoffen, dass sie damit Geld verdienen. Bei Lawnmower ist das anders, und ich liebe es, »Kids In America« mit ihnen zu spielen. Auch, dass das Stück auf verschiedenen Soundtracks wie dem von »Clueless« zu hören ist, freut mich. Es ist einfach so ein ikonischer Song geworden – und er ist meiner!
»Kids In America«

Looking out a dirty old window
Down below the cars in the city go rushing by
I sit here alone and I wonder why

Friday night and everyone’s moving
I can feel the heat but it’s soothing, heading down I
 search for the beat in this dirty town (downtown)

The young ones are going
(Downtown) the young ones are growing
We’re the kids in America (whoa)
We’re the kids in America (whoa)
Everybody live for the music-go-round

Bright lights, the music gets faster
Look, boy, don’t check on your watch, not another glance
I’m not leaving now, honey, not a chance

Hot-shot, give me no problems
Much later, baby, you’ll be saying nevermind
You know life is cruel, life is never kind (kind hearts)

Don’t make a new story
(Kind hearts) don’t grab any glory
We’re the kids in America (whoa)
We’re the kids in America (whoa)
Everybody live for the music-go-round
La la la la-la la-a

La la la la-la la, sing!
La la la la-la la-a
La la la la-la la

Come closer, honey, that’s better
Got to get a brand-new experience, feeling right
Oh, don’t try to stop, baby, hold me tight

Outside a new day is dawning
Outside suburbia’s sprawling everywhere
I don’t want to go, baby

New York to east California
There’s a new wave coming, I warn ya
We’re the kids in America (whoa)
We’re the kids in America (whoa)
Everybody lives for the music-go-round
La la la la-la la-a

La la la la-la la, sing!
La la la la-la la-a
La la la la-la la
We’re the kids
We’re the kids
We’re the kids in America (3x)

Kim Wilde

Here Come the Aliens

Release: 16.03.2018

℗ 2018 Wildeflower Records Ltd. under exclusive license to Edel Germany GmbH. earMUSIC is a project of Edel.

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