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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Resilience

Kid 606

Der Name Kid 606 fällt immer wieder, wenn es darum geht, Ignoranten zurechtzuweisen, die behaupten, dass es in den USA keine innovative elektronische Musik mehr gäbe. Über Jahre hat Miguel DePedro alles zerschreddert, was ihm unter die Finger kam, den ganzen Ballast an Radiocharts in irrsinnig hekti
Geschrieben am

Der Name Kid 606 fällt immer wieder, wenn es darum geht, Ignoranten zurechtzuweisen, die behaupten, dass es in den USA keine innovative elektronische Musik mehr gäbe. Über Jahre hat Miguel DePedro alles zerschreddert, was ihm unter die Finger kam, den ganzen Ballast an Radiocharts in irrsinnig hektische Collagen verpackt, gegen die nur noch eine Überdosis Ritalin hat helfen können. Aber Kid 606 kann auch ruhiger. "Resilience" klingt über weite Strecken nur noch flächig entspannt, lässt die Breakbeats im Koffer und dehnt Spannungslinien über lange Zeiträume aus. Ab und zu flirren quirlige Atari-Sounds wie beiläufig, doch die wesentlichen, den Track stützenden Samples bleiben erstaunlich gemäßigt. An Stellen, wo DePedro die Beats bislang eher zerhackt hätte, setzt er nun lieber pumpenden Dub ein. Kommt da etwa einer in die Jahre? Aber weil solche biologistischen Zuschreibungen von wegen "alt = getragen" sowieso Blödsinn sind (was ist mit Lemmy, was mit Billy Idol?), bleibt nur anzuerkennen, dass Kid 606 auf "Resilience" einen gelungenen Wandel vollzogen hat, der mit dem blödesten aller Kritikerworte, nämlich dem der Reife, völlig falsch beschrieben wäre. Jeder Track auf "Resilience" ist nämlich ein lebendiges Beispiel dafür, dass es auf durchaus kindlich suchende, neugierig Grenzen auslotende Weise möglich ist, einen entspannten Flow zu entwickeln.