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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Singing Saw«

Kevin Morby

Entspannter Retro-Folk mit schummrigem Grundton: Fans von Kurt Vile und den Woods dürfen Kevin Morbys Drittwerk nicht verschlafen.
Geschrieben am
Bei den Psych-Folkern Woods (ebenfalls mit neuem Album in dieser Ausgabe) hat er einst den Bass gezupft, zwischendurch mit The Babies zwei sträflich übersehene Schrammel-Platten rausgehauen, und nun legt Kevin Morby auch schon sein drittes Soloalbum vor. Es steht im Zeichen der singenden Säge. Ein etwas eigentümliches Instrument ist das ja schon, dieser Fuchsschwanz, der so behaglich wie bedrohlich aus dem Äther heult, wenn man ihn mit dem Geigenbogen streichelt. Aber der Titel erschließt sich, denn ganz ähnlich ist auch die Atmosphäre, die der Texaner hier einfängt. Seine dicht orchestrierten Songs erheben sich auf im Kern klassisch amerikanischen Gitarrenvignetten, verneigen sich vor alten Helden wie Dylan und Reed, finden sich aber schließlich in enger Nachbarschaft eher introvertierter Retro-Folk-Acts wie Steve Gunn oder Kurt Vile wieder. Doch Morbys Songwriting ist direkter, pragmatischer, vor allem bluesiger. Und das ist am Ende eine durchaus einschneidende Erfahrung: »Singing Saw« ist ein schlaftrunkener, janusköpfiger Trip durch ein Americana-Wunderland von finsterer Schönheit.

Kevin Morby

Singing Saw

Release: 15.04.2016

℗ 2016 Dead Oceans

Kevin Morby »Singing Saw« (Dead Oceans / Cargo / VÖ 15.04.16)