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»Black Panther: The Album«

Kendrick Lamar

Marvel goes Afrofuturismus goes zeitgenössischer HipHop: Der kongeniale Soundtrack zum aktuellen Comic-Blockbuster wurde von Kendrick Lamar himself kuratiert.
Geschrieben am
T’Challa ist der neue König von Wakanda, weil sein Vater in »Avengers: Civil War« einem Anschlag zum Opfer fiel. Er ist aber auch Black Panther, ein Superheld, der in Nordamerika kämpft. Wakanda wiederum liegt – versteckt – auf dem afrikanischen Kontinent und ist aufgrund seiner geheim gehaltenen Vibranium-Vorkommen so etwas wie das Paradies der Zukunft: ein technologisch und kulturell so hoch entwickeltes Land, dass es dem Rest der Welt um Jahrhunderte voraus ist. Das ist die Basis für die Probleme und Abenteuer des 1966 erstmals auf der Bildfläche erschienenen Comichelden Black Panther. Und in der inspirierten Verfilmung von Ryan Coogler ist das außerdem ein spannender, mainstreamkompatibler Entwurf des Afrofuturismus-Konzepts, das verschiedene Black-Empowerment-Strömungen seit Jahrzehnten beackern: Nicht um Emanzipation, Vorherrschaft oder gar Integration vor Ort kämpfen, sondern anderswo, außerhalb dieser Welt, mit einer eigenen Black Community neu anfangen. 

In der Musik formulierte Sun Ra bereits »Space Is The Place«, und George Clinton setzte das Ganze direkt in Kostümen, Texten und Space-Funk um. Von da aus ist es eigentlich nur noch ein kleiner Schritt zu einer kontemporären Version im »Future Sound of HipHop« eines Kendrick Lamar. Der hat keinen klassischen Soundtrack kreiert, sondern Tracks geschrieben und zusammengestellt, die »Black Panther« quasi auf musikalischer Ebene weiterführen. Dabei hat er sich von Promi-Kollaborateuren wie James Blake und The Weeknd oder alten Buddies aus Black-Hippy-Zeiten wie Ab-Soul, Jay Rock und Schoolboy Q helfen lassen. Er hat aber auch Newcomern wie SZA, Jorja Smith und Khalid ein Forum gegeben. So bildet sich die im Film gelungene, stylishe und farbenfrohe Mischung aus Science Fiction und traditionellen afrikanischen Kultur-Versatzstücken in der Musik auf einer anderen Ebene ab. Das ist aufregend, ohne anstrengend zu sein, emotional, ohne kitschig zu sein und politisch, ohne phrasenhaft zu werden. 

Schließlich wird auf einer Ebene des »Black Panther«-Stoffs das Problem Abschottung versus Integration verhandelt, während es auf einer anderen Ebene um Gewalt als Mittel zur Durchsetzung von berechtigten Anliegen geht. Angeblich geht die Benennung der Black Panther Party in den USA nicht zuletzt auf den Comichelden zurück. Dieser Soundtrack jedenfalls ist über weite Strecken nicht weniger als ein weiterer Geniestreich von Kendrick Lamar, mit etlichen Killer-Tracks und einem Spotlight auf das, was heute möglich ist. Direkt und im übertragenen Sinn.

Kendrick Lamar, The Weeknd, SZA

Black Panther The Album Music From And Inspired By

Release: 09.02.2018

Top Dawg Ent./Aftermath/Interscope Records; ℗2018 Aftermath Records

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