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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

20.01.96

Kate Jacobs / The Continental Drifters

„Wie geht’s euch denn so?“ Gitarrist MARK WALTON versucht verzweifelt, seine Gitarrenkabel zu entwirren. „Tut uns leid, daß wir so spät dran sind, aber wir sind durch die Hölle gefahren, um hierherzukommen.“ Weitere schreckliche Einzelheiten der Tor-Tour der DRIFTERS (n
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Autor: intro.de

„Wie geht’s euch denn so?“ Gitarrist MARK WALTON versucht verzweifelt, seine Gitarrenkabel zu entwirren. „Tut uns leid, daß wir so spät dran sind, aber wir sind durch die Hölle gefahren, um hierherzukommen.“ Weitere schreckliche Einzelheiten der Tor-Tour der DRIFTERS (nomen est omen) treten ans Tageslicht: „First there was a Straße then there wasn’t“, lamentiert Drummer Carlo Nuccio und schimpft über den explodierten Bus und die wankelmütige PA. Noch während KATE JACOBS und ihr Bassist vor gutgelauntem Publikum mit viel Witz und Spielfreude ihre herzzerreißenden, brillanten Folk-Songs zum besten gegeben hatten, müssen die DRIFTERS nach dem versteckt liegenden Bürgerhaus gesucht haben. So entwickelt sich der Soundcheck erst allmählich, während des Konzertes. Dieses aber hat es in sich - wie so viele Events, die unter einem schlechten Stern stehen. Die „Independent Supergroup?!“ mit Members der BANGLES, DBs und DREAM SYNDICATE, um nur einige zu nennen, spielt erstaunlich locker und organisch auf. Im Gegensatz zur eher spröden Platte kommen die Songs allesamt rockiger, flüssiger und inspirierter rüber. Insbesondere Veteran Mark Walton entlockt seinen sehr gebeutelten Uraltgitarren grandiose, warmherzige und seelenwärmende Soli. Ex-DB Peter Holsapple verschwindet zwar etwas hinter seiner Orgel, betätigt sich aber dennoch lenkend als graue Eminenz aus dem Hintergrund. Daß Vicky Petersen und Susan Cowsill sich mit ihm und Nuccio die Gesangsparts teilen, steigert den Unterhaltungswert des eh schon vielseitigen Oeuvres noch weiter. Soviel musikalisches Herzensblut wurde hier vergossen, daß drei Zugaben Pflicht sind, darunter eine total durchgeknallte Version von „Dedicated To The One I Love“. Wenn unsere Verkehrsverhältnisse dermaßene Auswirkungen haben, dürfen die DRIFTERS ruhig immer zu spät kommen ...