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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Lernen und Leute treffen

Kat Frankie im Interview

Kat Frankies viertes Album ist fulminant überbordender Pop – und noch viel mehr. Das Geheimnis der Wahl-Berlinerin ist dabei eher simpel: never stop learning. Verena Reygers sprach mit Kat über deren neues Album.
Geschrieben am
Kat, dein neues Album heißt »Bad Behaviour«: Was ist denn schlechtes Benehmen für ich? 
Auf meiner Platte meine ich damit eher Beziehungen als kriminelles Verhalten. Schlechtes Benehmen herrscht dort, wo jemand den anderen oder Situationen auf eine ungesunde Art zu manipulieren versucht.  

Schlechtes Benehmen sehen manche auch beim »Eurovision Song Contest«. Du bist mit deinem Sideprojekt KEØMA bei »Unser Song für Stockholm« 2016 angetreten – wieso bloß?

[lacht] Ich bin Australierin, wir lieben den »Eurovision Song Contest«! Er ist exotisch, bizarr und irgendwie auch niedlich. Überleg doch mal: Eine Nacht lang teilt Europa einen Song – das ist großartig.

Du hast zuletzt mit Leuten wie Clueso und Olli Schulz gearbeitet. Wie entscheidest du, mit wem du kollaborierst?
Mir ist es enorm wichtig, Neues zu lernen. Wenn ein Angebot kommt, stelle ich mir immer drei Fragen: Ist es eine neue Erfahrung? Treffe ich neue Leute? Kann ich etwas lernen? Und wenn diese Kriterien gegeben sind, dann mache ich es. Ich überlege weniger, was andere denken könnten. Wenn du ständig darüber nachdenkst, wer dich wie beurteilt, dann brauchst du gar nicht das Haus zu verlassen.
Was hast du bei diesen Projekten gelernt? Du bist ja nicht nur Songschreiberin und Musikerin, sondern auch Produzentin. 
Ich habe den Keyboarder von Clueso ständig mit Fragen bombardiert: »Wie benutzt du das, wie arbeitest du damit? Zeig mir dieses, erklär mir jenes!« [lacht] Aber ich bin auch ein großer Fan von YouTube-Tutorials. Jeder Produzent liebt die.

Klingt deine Musik deshalb so überbordend zwischen Pop, Soul, Folk und Jazz, zwischen Hell und Dunkel?  
Ich will keine Platte machen, auf der alles gleich klingt und perfekt ineinandergreift. »Spill« zum Beispiel ist ein 90er-R’n’B-Song über Sex bei Tageslicht, »Versailles« ein langsames, bedächtiges Stück, das den Women’s March thematisiert, der 1789 die Französische Revolution losgetreten hat. Und »Back To Life« erinnert zu Beginn an James Blake, während ich meine Stimme dragmäßig verfremdet habe. 

Kat Frankie

Bad Behaviour

Release: 02.02.2018

℗ 2018 Grönland Records