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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Anders als die anderen

Kasabian

Man braucht nicht viel Fantasie, um auf die Idee zu kommen, dass Kasabian nicht mehr sind als das nächste vermeintlich große Ding, das uns die unselige Allianz aus Majorplattenfirmen und britischer Musikpresse unterjubeln will. Vier junge Typen aus Leicester, die früh an den großen Vertrag kamen u
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Man braucht nicht viel Fantasie, um auf die Idee zu kommen, dass Kasabian nicht mehr sind als das nächste vermeintlich große Ding, das uns die unselige Allianz aus Majorplattenfirmen und britischer Musikpresse unterjubeln will. Vier junge Typen aus Leicester, die früh an den großen Vertrag kamen und nun mit coolen Gesten vergeblich auf den großen Ruhm aus sind. Und tatsächlich zieht die Band eine Woche nach dem Interviewtermin geschlossen nach London, angeblich der Liebe wegen. Aber Kasabian stellen Vorurteilen dieser Art ihr selbst betiteltes Debütalbum entgegen, das nicht weniger ist als ein massiver Hybrid aus Big Beats, Krautrock und dem Manchester-Rave der späten Achtziger. Sie haben sich auf die Fahnen geschrieben, der britischen Popmusik ein paar ganz elementare Kniffe unterzumischen, die den bisherigen Vorturnern des Genres leider fehlten. Sie waren 16 Jahre alt und wollten einfach in einer Band sein, als sie 1997 Kasabian gründeten, erzählen Sänger Tom Meighan und Gitarrist Christopher Karloff während ihres Kölner Stopps zwischen Oktoberfest- und Reeperbahn-Besuchen. Neben ihrem Album können sie mittlerweile eine Reihe von Support-Gigs vorweisen, u. a. eröffneten sie für The Who. Die Platte wurde zusammen mit Jim Abiss aufgenommen, der sich durch seine Arbeit für das letzte DJ-Shadow-Album qualifizierte. Es half ihnen dabei, das zu vollenden, was die Band in monatelanger Kleinarbeit mit einer Vielzahl von Loops am Computer vorbereitet hatte. Und tatsächlich ist ›Kasabian‹ ein Album geworden, zu dem man gut tanzen, dem man aber auch vorzüglich zuhören kann. So scheut die Band auch Vergleiche zu Prodigy oder den Chemical Brothers nicht, denn die hätten ja erst die großen Beats in der Popmusik etabliert. Kasabian haben also gute Gründe, das Abenteuer »London« ohne Angst in Angriff zu nehmen. Das sieht die Band übrigens genauso: »We’re not afraid of London, London is afraid of us!«