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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Es Geht Sich Aus«

Karies

Das zweite Album der Stuttgarter lässt seine Hörer zu ungehaltenem Postpunk frösteln. Optimismus? Pessimismus? Karies entscheiden sich für Realismus.
Geschrieben am
Was soll auf einer Platte, die »Es Geht Sich Aus« heißt, auch schon abgebildet sein außer einem halbvollen Glas Wasser? Das süddeutsch-österreichische Idiom bedeutet im Rest dieses Sprachraums so viel wie »läuft«, nur mit noch weniger Begeisterung. Moment, ist das Glas nicht vielmehr halb leer? Ach, es ist vertrackt. Die Songs auf dem zweiten Album von Karies sind nachvollziehbar wenig extrem, nicht zufrieden, aber auch nicht richtig wütend: Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt bilden ja auch niemandes Lebenswirklichkeit ernsthaft ab. Auf den Bünden knarzende Bassläufe geben den Songs Drehmoment, gelegentlich taucht eine Kuhglocke auf: Alles in allem klingt das mehr beherrscht als beherzt. Ausbrechen will diese Musik nicht, sie macht eher den Punkt, es ausgerechnet nicht zu tun. Als eine Art Spin-off der Stuttgarter Kollegen Die Nerven gestartet, gibt es mittlerweile keine Überschneidungen in der Besetzung mehr, Schlagzeuger Kevin Kuhn und Sänger/Gitarrist Max Rieger haben allerdings an Songwriting und Aufnahmen mitgewirkt. Das Schwaben-Netzwerk funktioniert also weiterhin. Oder, wie es in der besten Zeile des Albums heißt: »Alleine kann man schlecht pervers sein, ich musste wieder unter Leute gehen«. Trotzdem: Needs more cowbell.

Karies

Es geht sich aus

Release: 09.09.2016

℗ 2016 This Charming Man Records