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So war’s: Celebration of Diversity

Kamasi Washington live in Köln

Kamasi Washington und seine Band The Next Step bejubeln in Köln musikalisch die kleinen und großen Unterschiede. Diese Feierlichkeiten der Vielfalt bringen einen – ausschließlich aus guten Gründen – ins Schwitzen.

Geschrieben am

27.05.2018, Köln, Live Music Hall

Es läuft. Schweißperle für Schweißperle tropft an einem herunter. Dafür ist Kamasi Washington zwar nicht haupt-, aber mindestens mitverantwortlich. Für die heißen Temperaturen und die schlecht funktionierende Lüftung der Live Music Hall kann er zwar nichts. Dass es während des Konzerts jedoch noch heißer wird, ist ihm aber schon zuzurechnen. Denn der Jazz von ihm und seiner Kombo The Next Step ist tatsächlich – Achtung, cooler Instagram-Sprech – on fire.

Auch wenn sich die insgesamt achtköpfige Band überwiegend an klassischen Jazz-Strukturen (viele Soli, vertrackte Rhythmen, Tempi- und Harmoniewechsel) bedient, hat der vom JazzThing-Magazin wenig schmeichelhaft als »Saxophone Colussus« betitelte Washington einen ziemlich eigenen, fordernden Habitus: Der Kalifornier bedient sich gemeinsam mit seiner Band gerne am Groove eines ursprünglichen R’n’B, der naturgemäß tanzbare oder mindestens rhythmisch eingängige Passagen zum ausgefeilten Jazz beisteuert. Das trägt dann umso mehr zur schwitzigen Veranstaltung bei.

Diese dauert dann auch außergewöhnlich lang. Nach den ersten 45 Minuten der knapp zweieinhalb Stunden sind gerade mal zwei Songs gespielt. Darunter das tolle »Malcom’s Theme«, welches Washingtons politische und gesellschaftliche Stoßrichtung verdeutlicht: Gleichheit für alle bei gleichzeitiger Herausstellung und Befürwortung der Unterschiede. Tatsächlich überaus knackig und eingängig formuliert er das später: »Diversity is not something we should tolerate, but celebrate.«

Das trifft auch auf die unterschiedlichen Musiker in Washingtons Band zu. Sein Vater Ricky hat mehrere große Auftritte an Klarinette und Querflöte, Bassist Miles Mosley überragt fast alle und die beiden Drummer Ronald Bruner, Jr. und Tony Austin dürfen zum ausgiebigen Battle antreten. Diese musikalische Diversität wird wunderbar abgerundet durch die Songauswahl des Abends. Songs vom Debütalbum »The Epic«, über das großartige »Truth« von der »Harmony Of Difference EP« bis hin zu zwei Songs vom bald erscheinenden Zweitwerk »Heaven And Earth« ist alles vertreten.  Das ist nur konsequent bei dieser Feier der Unterschiede.

Kamasi Washington

Harmony of Difference

Release: 29.09.2017

℗ 2017 Young Turks Recordings

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