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»Berlin«

Kadavar

Mit ihrem dritten Album dürften sich Berlins bärtigste Knarz-Rocker endgültig die Tore zu Welten auftun, die kleine Puper wie wir nur per Opernglas oder Livestream betrachten können.
Geschrieben am
Inwiefern man sich in einem Musikgeschäft, dessen Regeln schon längst auf links gekrempelt wurden, überhaupt noch an althergebrachte Bauernregeln halten kann, sei mal dahingestellt. Doch folgt man dem Motto, wonach das dritte Album einer Band den Moment des »Make it or break it« markiert, müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn das Power-Trio Kadavar nicht direkt durch die Decke gehen würde. Anknüpfend an ihren auf den ersten beiden Alben etablierten speckigen Vintage-Rock-Entwurf, legen die drei tourfreudigen Rampensäue aus der Hauptstadt eine Leichtigkeit an den Tag, die zunächst irritiert, dann begeistert und schließlich so köstlich nach Schnaps, Patschuli und klebrigen Cocktailküsschen schmeckt, dass nie wieder was anderes auf den Teller kommen soll.

Mehr denn je gemahnen die herrlich trocken und enorm raumgreifend produzierten Songs an grünstichige kalifornische Super-8-Abende. Oder treffender: Birmingham, Heimat der Großinspiratoren Black Sabbath, auf deren durch die Zeiten wirkende Wucht sich Kadavar ebenso beziehen, wie sie den Geist der post-hippiesken, trotzdem versponnenen 1970er atmen. Abgesehen vom schlimm prätentiösen deutschsprachigen Bonus-Track »Reich der Träume«, ist ausnahmslos jeder Song ein Hitkandidat und wirkt, als habe einen genau dieser Groove, dieser Refrain, diese Melodie ein Leben lang begleitet. Da ändern selbst die bandtypischen hingeschlurten Sudel-Soli nichts: An diesem Album werden sich nicht nur Kadavar in Zukunft messen lassen müssen – es dient fortan einem ganzen Genre als Qualitätsmaßstab. Unglaublich gut!
– Kadavar »Berlin« (Nuclear Blast / Warner / VÖ 21.08.15)

Kadavar

Berlin

Release: 21.08.2015

℗ 2015 Nuclear Blast GmbH