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Quality Control

Jurassic 5

„Welcome to the wonderful world of entertainment“ - wer die Jurassic 5-MCs einmal live erleben durfte, weiß um die elementare Wahrheit dieser Worte. Klasse ist diese Unbeschwertheit in bezug darauf, was (HipHop eben) und - vor allem - wie sie es machen: Kaum eine andere Combo versteht es, wirklich j
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Autor: intro.de

„Welcome to the wonderful world of entertainment“ - wer die Jurassic 5-MCs einmal live erleben durfte, weiß um die elementare Wahrheit dieser Worte. Klasse ist diese Unbeschwertheit in bezug darauf, was (HipHop eben) und - vor allem - wie sie es machen: Kaum eine andere Combo versteht es, wirklich jeden ihrer Tracks mit einer solchen Leichtigkeit zu arrangieren und Hörer damit voll und ganz zu infizieren. HipHop wird hier nicht als codierte Geheimsprache für Eingeweihte inszeniert, sondern als zwar etwas durchaus Ernstes, das aber Spaß macht und Leute begeistern kann - eine Haltung, mit der die Crew insbesondere im US-HipHop wohl eher eine Ausnahme darstellt. „Quality Control“ kommt nun daher wie vor zwei Jahren schon die „Jurassic 5 LP“: Man ahnt nichts Böses, hört kurz rein und bekommt sie fortan nicht mehr aus den Ohren. Gleich der erste Track „How We Get Along“ besticht durch einen tödlichen Drive mit swingendem Doo-Wop-Background, der den alten Geist dieses schwarzen Straßenecken-Musikantentums auf ein neues Level hebt. Überhaupt klingt gerne mal Swing (in der klassischen Jazz-Variante) durch, wenn die zwei DJs Cut Chemist und Nu-Mark auf die Hörerschaft losgelassen werden – das Album-schließende „Swing Set“ hat sogar meinen werten Herrn Papa aus dem Sessel gerissen und geht als echter Party-Kracher durch. Dazwischen liegen elf überaus geniale Tracks, die mit allerlei musikalischen Finessen und lyrischen Höchstleistungen aufwarten und zeigen, daß HipHop keine kreativen Auszeiten zu fürchten braucht, solange es Vertreter vom Kaliber J5s gibt. Die einfache Formel „without the elements it’s all irrelevant“ aus „L.A.U.S.D.“ bringt es auf den Punkt: HipHop hat In- und Gehalt, und davon spricht wohl auch der Titel. Quantitativ gesehen ist „Quality Control“ allerdings eine herbe Enttäuschung, weil viel zu schnell zu Ende - doch dann beginnt man ja sowieso wieder von vorne. ARMIN BAUER