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»Brüllende Fahnen«

Jupiter Jones

Jupiter Jones haben erfahren, was Scheidungskinder längst wissen: Eine Trennung kann nicht nur unausweichlich sein, sondern sich auch positiv auf die Entwicklung auswirken. Auch auf eine musikalische.
Geschrieben am
Es ist nahe liegend, auf der Vernunftscheidung im Hause Jupiter Jones (minus Nicholas Müller, plus Sven Lauer) rumzureiten und jene zu beklagen. Lauer hat es nicht leicht, und vielleicht hätte die Band sich lieber umbenennen sollen. Die Fangemeinde wurde gespalten und dann gleich noch mal: Müller macht nun bei Von Brücken weiter. Der Pressetext zu »Brüllende Fahnen« ist demnach auch sehr persönlich, klar, man kann nicht drum herum reden: Schwüre auf Männerfreundschaft, muss weitergehen, Herzenssache, Staub abkloppen, wieder aufs Pferd, saufen, Punkrock. Punkrock? »Brüllende Fahnen« ist kein Jupiter-Jones-Album, aber das waren die letzten beiden auch schon nicht mehr. Umso erquicklicher, dass die neuen Jupiter Jones wenigstens nicht mehr nach Revolverheld klingen. Sven Lauer hat eine klassische Deutsch-Indie-Stimme, die auf Platte leider zu monoton klingt, aber durchaus auch mal schön, wie im besten Song »70 Siegel«. Ansonsten spürt man einfach sehr viel von diesem berüchtigten frischen Wind und akzeptiert die neue Familie. Auf Selbstfindungsreisen in die Ferne habe man als Band verzichtet, so klingt dieses Album nun musikalisch selbst sehr nach Roadtrip, textlich eher nach Sofa. Und wie bei einer vernünftigen Scheidung ist das Ergebnis schon okay. Elternokay.

Jupiter Jones

Brüllende Fahnen

Release: 25.03.2016

℗ 2016 Four Music Production GmbH

Jupiter Jones »Brüllende Fahnen« (Four / Sony / VÖ 25.03.16)