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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Big Beatsness

JUNKIE XL

Die "großen Schläge" sind längst - wie kaum anders zu erwarten - vom Geheimtip zum Bauernbumms mutiert. Da macht der gemeine PRODIGY-Devotee auch vor schlauen Sachen wie FATBOY SLIM nicht mehr halt, ... PROPELLERHEADS lachen nicht nur von unserem Titel, die darf man sich mittlerweile auch gut und ge
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Autor: intro.de

Die "großen Schläge" sind längst - wie kaum anders zu erwarten - vom Geheimtip zum Bauernbumms mutiert. Da macht der gemeine PRODIGY-Devotee auch vor schlauen Sachen wie FATBOY SLIM nicht mehr halt, ... PROPELLERHEADS lachen nicht nur von unserem Titel, die darf man sich mittlerweile auch gut und gerne auf die Jeans-Kutte sticken. There's no business but big beatsness. Phatt muß es sein, amtlich umpta umpta machen und gerne auch ein gutes Pfund Gitarre haben - noch besser als Schwanzrock imitierende Elektrosounds kommen nämlich Schwanzrock imitierende Elektrosounds mit "echten" Schwanzrockelementen an. Die schiebt man sich bis zur Maulsperre in den Mund, um dann die David-Hamilton-Version von "Jetzt zerbeiß ich's aber" zu murmeln. Nebulöses Getöse rules okay. Was interessieren da irgendwelche Wurzeln. Sollen Acid und HipHop doch kacken gehen, solange sich ostteutonische Gleichstromdengelkorps freimütig mit den chemischen Brüdern in eine Bierlache setzen dürfen.
JUNKIE XLs Tom Holkenborg ist sich darüber völlig im klaren. Wäre schließlich auch reichlich neben der Mütze, erst DOG EAT DOG und FEAR FACTORY zurückzumixen, sich dann mit RUDE BOY von URBAN DANCE SQUAD zum Duo mit Album zu klonen und schließlich im Vorprogramm von Liam "Ich war's, ich war's, ich bin alles schuld!" Howlett und seiner Bande zu prodigieren, um daraufhin von einem, der auszog, vom Sellout zu lernen, herumzuschwadronieren. Im übrigen ist er im Gegensatz zu seinem niederländischen Freund und Kollegen EBOMAN im Grunde seines Herzen tatsächlich recht "middle of the Deich", will meinen: "was nicht rockt, das macht nicht Gliederzucken"-orientiert, und weiß sich so über Lob und Zuspruch seitens THE PRODIGYs während der Tour ehrlich zu freuen. Um so verwunderlicher eigentlich, daß das beste Stück des JUNKIE XL-Albums "Saturday Teenage Kick" ein gediegen, aber nichtsdestoweniger schnittig gechoppter HipHop-Track ist. Aber Obacht: die Wahrheit liegt im Titel. Schließlich ist der ja das Ziel ... und der Weg ebendas. Genau deshalb ist das Album auch ein gutes. Guter, sauberer Samstagabend-Spaß, der gar nicht erst vorgibt, etwas anderes sein zu wollen. Sic!