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Alles weitere ist bloß Bratensoße

Junior Boys - Das Interview

Ein exklusives Online-Interview mit Jeremy Greenspan von den Junior Boys. (Hier der komplette Heft-Artikel.)Wenn ihr euer Album "So This Is Goodbye" in wenige Worte fassen müsstet, welche wären das?Ein Tribut an ein ereignisloses Jahr in einer ereignislosen kanadischen Stadt.Was waren die wichtigste
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Ein exklusives Online-Interview mit Jeremy Greenspan von den Junior Boys. (Hier der komplette Heft-Artikel.)

Wenn ihr euer Album "So This Is Goodbye" in wenige Worte fassen müsstet, welche wären das?

Ein Tribut an ein ereignisloses Jahr in einer ereignislosen kanadischen Stadt.

Was waren die wichtigsten Einflüsse, als ihr die Stücke geschrieben und aufgenommen habt?

Hauptsächlich Disco, wir sind sehr von der kreativen Phase beeinflusst, als Disco langsam zu Ende ging, aber noch bevor House sich richtig etabliert hatte: ein Moment zwischen den Genres, in dem es Platz für unverfrorene Experimente gab, aber gleichzeitig auch eine große Hingabe an eine Popästhetik.

Was könnt ihr über eure Tourerfahrungen mit Mouse On Mars erzählen?


Wow, das kommt mir inzwischen schon so lange her vor... MoM sind grandios. Sie wirken fast wie pubertäre Jungs, wenn du mit ihnen abhängst. Wir waren in der glücklichen Lage, zu allen Leuten, mit denen wir bisher auf Tour unterwegs waren, eine besondere Beziehung aufzubauen. Ich habe heute gerade eine Mail an Andi Toma geschickt, aber es ist unmöglich mit ihm, er mailt einfach nie zurück.

Wie kam es dazu, dass ihr einen Song eures Albums im St.-Martin-Tonstudio von MoM aufgenommen habt? Wie war es, mit Andi Toma zusammenzuarbeiten?

Wir haben uns im Urlaub in Spanien getroffen, und Andi hat uns für eine Woche nach Düsseldorf eingeladen, um etwas zu relaxen und gemeinsam Musik zu machen. Und eine Woche später hatten wir "In The Morning" geschrieben und aufgenommen. Wir sind wirklich sehr zufrieden damit, und ich bin stolz darauf, dass Andi dadurch mit unserem Album verbunden ist.

Wie hat sich andererseits deine Zusammenarbeit mit Morgan Geist für "Most Of All" und einige weitere Stücke gestaltet?

Bei Morgan war es nicht wirklich eine Gemeinschaftsproduktion. Ich bin zu ihm ins Studio und habe ihn meine Stimme benutzen lassen. Im Grunde hat er all die Songs geschrieben, aber er hat einfach eine Scheißstimme, also hat er mich gefragt, ob ich nicht für ihn singen könnte. Normalerweise würde ich das nicht machen, aber er ist eben Morgan, und für ihn würde ich so ziemlich alles tun.

In welchem Verhältnis stehen die Junior Boys zu MoM und Morgan Geist, auf einer musikalischen Ebene gesehen? Die Zusammenarbeit mit Morgan Geist liegt ja recht nahe, während man doch überrascht sein konnte, Andi Toma in den Credits eures Albums wiederzufinden.

Ich denke, dass wir alle - auch Mouse On Mars - im Grunde Liebhaber von Popmusik sind. Und niemand von uns empfindet eine besondere Affinität zu aktueller Dance Music, aber trotzdem kommen wir alle zu einem bestimmten Grad auch aus diesem Background. Ich sehe uns als Teil einer Tradition innerhalb von Dance Music, die ein offenes Ohr für Klangexperimente und musikalische Randgruppen hat, die zugleich aber auch darauf bedacht ist, Musik zu machen, die nicht unverhohlen akademisch klingt, Musik, die die Leute nicht entfremdet... Popmusik!

Vermutlich wurde euch mitgeteilt, dass unser Interview Teil einer Story über Mouse On Mars und Morgan Geist sein wird, mit den Junior Boys sozusagen als Missing Link dazwischen. Wie findet ihr das? Macht das von eurem Standpunkt aus überhaupt irgendwie Sinn?


Nein, das wusste ich noch nicht, das klingt ja wahnsinnig komisch! Ich habe eigentlich nie gedacht, dass es zwischen MoM und Morgan wirklich eine Verbindung gibt. Aber andererseits höre ich dann auch wieder Zusammenhänge zwischen Bing Crosby und OMD. Wenn man ein Musikfreak ist, geht es eigentlich immer darum, Verbindungen zwischen den Musikern und den Klängen zu finden, die man liebt. Ich finde das also eine tolle Sache.

Was gefällt euch am meisten an der Musik von MoM und Morgan Geist?

An MoM liebe ich ihr Gespür für Spaß. Sie machen Musik mit so viel Sinn für Humor, was seltsam ist, da die beiden, und speziell Jan Werner, den Ruf haben, sehr ernst zu sein - was ganz offenkundig nicht stimmt. Bei Morgan ist es einfach sein Gefühl für Melodie und Groove und seine Produktionstechnik. Was ich am meisten an Morgans Produktionen bewundere, ist, wie trocken sie sind, wie sehr auf sich selbst konzentriert und wie wenig Schnickschnack er braucht, um sie funkeln zu lassen.

Gibt es irgendeine spezielle Person, vielleicht auch schon eine verstorbene, mit der ihr unbedingt zusammenarbeiten möchtet?

Ich bin glücklich, überhaupt arbeiten zu können, Punkt. Alles weitere ist bloß Bratensoße.