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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Die Chance des Scheiterns

Juliette Lewis.

Machen wir es kurz mit dem Vorspann, ihr werdet überall sowieso das Gleiche lesen, da es nun mal so was von die Pflichtinformationen sind. Von wegen eine weitere Schauspielerin, die es auf die Musikbühne zieht. Haben wir ja zuletzt in der Tat sehr häufig gesehen, dieses Phänomen, in Deutschland mit
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Machen wir es kurz mit dem Vorspann, ihr werdet überall sowieso das Gleiche lesen, da es nun mal so was von die Pflichtinformationen sind. Von wegen eine weitere Schauspielerin, die es auf die Musikbühne zieht. Haben wir ja zuletzt in der Tat sehr häufig gesehen, dieses Phänomen, in Deutschland mit Julia Hummer (die gemeinsam mit Krite von Locust Fudge und Schneider TM als Julia Hummer Band performt) und Jana Pallaske (Spitting Off Tall Buildings), aber auch in Hollywood hat es Tradition: Johnny Depp hatte seine Band, Keanu Reeves hat sie noch immer. Lewis verlegt allerdings im Gegensatz zu allen anderen Genannten ihren künstlerischen Schwerpunkt in dem Moment zur Musik, wo es in der Filmbranche nicht mehr wirklich so gut zu laufen scheint. Während sie in den 90ern in Blockbustern und Indie-Darlings wie "Cape Fear" (mit Robert De Niro), "Kalifornia" (mit Brad Pitt, mit dem sie auch liiert war), "What's Eating Gilbert Grape" (mit Johnny Depp), "Natural Born Killers", "Strange Days" und "From Dusk Till Dawn" mitspielte, konnte in den letzten Jahren allerhöchstens noch eine Produktion wie "Starsky & Hutch" größere Aufmerksamkeit gewinnen. Dafür weiß überraschenderweise ihr Debütalbum zu überzeugen.

[Juliette Lewis singt vor sich hin]
Du scheinst gut drauf zu sein.
Ja, ich hatte gestern einen off day in Köln. Es ist so schön warm hier.

Ich habe bislang nur die EP gehört, die mir in ihrem direkten Rockgestus sehr gut gefällt. Besonders das Stück "20 Year Old Lover" mit diesem Stakkato-Gesang. Ja, da singe ich wirklich Stakkato. Die EP ist anders als das Album, auf dem wir uns mehr als entwickelte Band präsentieren. Sie wurde vor anderthalb Jahren aufgenommen. Die elf Stücke des Albums zeichnen ein vielseitigeres Bild. Es gibt auch einige dancy Rocksongs - in der Art wie "Got Love To King" mit dem Blondie-Dance-Beat von der EP.

Das heißt, auf dem Album sind auch die anderen Mitglieder mehr in die Band involviert? Auf der EP teilst du dir das Songwriting ja größtenteils mit externen Produzenten. Ich hab viele Songs geschrieben, bevor ich die Band hatte. Mit Leuten wie Linda Perry und Lyle Workman, der mit Frank Black und Beck gearbeitet hat. Als ich die Band dann zusammenstellte, spielten wir erst mal diese Songs.

Ist es dir wichtig, dass du als Songwriterin wahrgenommen wirst? Oh ja. Das ist meine Band. Ich stelle sie zusammen, sage ja oder nein zu den Gitarrensolos. Ich könnte nie die Songs anderer Leute singen, da ich sehr akribisch bin, was die Phrasierung meiner Songs angeht. Außerdem habe ich 15 Jahre die Dialoge anderer Leute in meinen Filmen wiedergeben müssen.

Wobei du dort ja sicherlich auch die Dialoge mit umgeschrieben hast. Manchmal kann man was beitragen. In "Natural Born Killers" habe ich beispielsweise was hinzugefügt, aber meistens ist es einfach so, dass die Story von jemand anderem kommt und man nichts daran ändern kann.

Habt ihr viel live gespielt, bevor ihr euch an Aufnahmen gemacht habt? Man hört ja bei Schauspielern, die anfangen, Musik zu machen, immer, dass es sehr viel mit dem direkten Kontakt zum Publikum zu tun hat, den man sich beim Schauspielern ja nur im Theater abholen kann. Bei Konzerten sieht man hingegen eins zu eins, ob die Leute es mögen oder nicht. Beim Film weiß man ja selbst oft erst nach dem Schnitt, ob man bei einem scheiß Film mitgespielt hat oder bei einem Masterpiece. [lacht] In der Tat war es so, dass ich die Band über das Livespielen entwickeln wollte. Und das dauerte seine Zeit, aber nach der Warp-Tour waren wir dann ein guter Liveact. Gibt es denn Einflüsse? Man könnte an die Donnas oder Joan Jett denken, wenn man deine Stücke so hört. Nicht die Donnas. Ich mag, was sie tun, aber ich komme eher von den Pretenders, Iggy & The Stooges, Blondie, Patti Smith, Tom Petty und Police. Und natürlich war wie für alle Rhytmus-Sections Led Zeppelin ein großer Einfluss.

Du hast ja auch schon in "Natural Born Killers" und "Strange Days" gesungen. Die Idee scheint also schon länger around gewesen zu sein. Hast du das bei den Filmen denn angeregt, oder kam es von den Regisseuren?
Das habe ich gepusht. Ich habe eigentlich deswegen so lange keine eigene Musik gemacht, da sie alles von dir fordert - und das hat mich verschreckt, da ich ja meinen Filmjob hatte. Schauspielern fordert mich zu 70 %, Musik allerdings zu 110 %. Als ich in "Strange Days" die beiden PJ-Harvey-Cover singen sollte, erinnerte mich das mit einem Schlag daran, wie gerne ich singen wollte.

Und wie koordinierst du nun Film und Musik, also in der Summe 180 %?
Um es kurz zu machen: Ich mache derzeit kaum noch Filme. Es dreht sich alles nur noch um Musik. Ich toure, promote die Platte und will schon bald das nächste Album aufnehmen. Im Juni werde ich wieder einen Film machen, aber das war es dann auch schon. Ich habe sehr lange geschauspielert - und der Reiz ist derzeit für mich nicht sehr groß.

Du wechselst also dein Betätigungsfeld.
I'm Switching. Aber: Ich bin noch nicht fertig mit Film. Ich will in Zukunft eben nur noch spezielle Dinge machen. Es wär auch dumm, in deinem Alter schon etwas Finales zu verkünden. Vor allem: Warum?
I'm done. Never again. [lacht sehr laut auf]

Wenn sich junge Leute für das Bandleben entscheiden, dann haftet dem ja auch immer die Chance des Scheiterns an. Man investiert alles und rennt vielleicht gegen die Wand - viel stärker als bei den meisten anderen Entscheidungen im Leben, eben wegen dieser notwendigen 110 %, die keinen doppelten Boden zulassen. Und es gibt viele, die gegen die Wand laufen - die sieht man dann halt bloß nie. Nun kann man andersherum auch sagen, dass diese Alles-oder-nichts-Situation wichtig ist, um Künstlerisches, Reizvolles rauszuholen. Wie siehst du das denn als jemand, der ja doch - zumindest finanziell - abgesichert ist?
Es gibt keine Sicherheit für mich. Eher das Gegenteil ist der Fall. Ich kann doch nur scheitern mit der Band. Aber die Möglichkeit des völligen Scheiterns macht es für mich gerade so aufregend. Es ist die Sache wert, denn im Gegensatz zum Film kann ich bei der Musik eine Do-it-yourself-Mentalität ausleben, einfach aufnehmen und loslegen - und die Musik über Konzerte und Internet selbst vertreiben. Beim Film bin ich darauf angewiesen, dass mich jemand für ein reizvolles Projekt anheuert. Ich weiß nicht, ob ich langfristig davon leben kann, aber mir gefällt, dass im Musikbereich mehr independent möglich ist. Ich erwarte keinen schnellen Erfolg, das ist nämlich der Fehler der meisten Bands. Und ich weiß wirklich, was es bedeutet, hart zu arbeiten.

Anders gefragt: Merkst du, dass dich die Leute bei Plattenfirma, Verlag und in den Clubs anders behandeln?
In den ersten fünf Minuten ja, aber dann bemerken sie, dass ich normal und auf dem Boden geblieben bin. Wir fahren beispielsweise nie in Limousinen, denn ich hasse sie. Bloß weil ich in großen Filmen mitgespielt habe, bin ich nicht Teil der glamourösen Filmwelt. Ich bin mehr wie mein Vater, der ein hart arbeitender Schauspieler ist.

Du hast ja sehr früh angefangen und hast dich auch sehr früh legal von deinen Eltern emanzipiert. Würdest du sagen, dass das Leben auf der Straße, in permanenter Action das Leben ist, das du leben musst?
Zuallererst, da das in Europa oft falsch ankommt: Meine Eltern haben mir geholfen bei diesem Prozess. Ich weiß, das klingt verrückt, aber in Amerika gibt es Gesetze zum Schutz vor Kinderarbeit, sodass das ein nötiger Schritt ist, um in der Filmindustrie zu arbeiten. Das machen alle jungen Schauspieler.

Man wird also upgegratet.
Genau. Und meine Eltern haben mir geholfen. Und es ist auch nicht so, dass ich immer nur on the run bin. Beim Filmen arbeitet man vielleicht vier Monate im Jahr - den Rest hat man frei. Jetzt mit der Band ist es schon etwas tighter. Aber ich mag das Leben on the road.

Wenn wir schon vom Leben auf Tour reden. Es gibt da diese Interview-Aussagen von dir, dass ihr euch vor jeder Show schlagt. So als Ritual.
Wow, das ist eine große Legende geworden. Wir sollten uns wohl wirklich öfters prügeln. In Wirklichkeit klatschen wir uns nur ab, um wach zu werden.

Und ich dachte schon, das würde in eurem Backstageroom wie bei "Natural Born Killers" zugehen.
[lacht] Oh nein. Das ist eher wie beim Football. Wir sind alles Brüder - mich eingeschlossen. Wenn du es schon ansprichst: Noch werdet ihr eher als die Band von der Schauspielerin wahrgenommen. Was denkst du, wie lange es dauert, bis es beispielsweise eher wie bei Blondie ist?
Ich habe den Namen gewählt, da ich wusste, dass alle sowieso versuchen würden, mich vom Rest abzusplitten. Also analog zu Tom Petty & The Heartbreakers, Iggy & The Stooges heißt es bei mir eben Juliette And The Licks. Ich bin eine starke Frontfrau, warum sollte ich also dauernd vortäuschen, dass es doch eine gleichgestellte Gruppe ist? Und doch ist jeder Einzelne sehr wichtig für das Album.

Du bist ja sehr offen, gibst sehr viel von dir preis, machst dich damit aber natürlich auch sehr angreifbar. Gerade in den Staaten, wo man es ja gerne angepasst mag, wirkt dein Verhalten wie ein Aufruf: "Come on, hit me."
I love that. Genau. Du kannst mich loben oder auf mich spucken. Ich liebe beides. Ich möchte nur nie Mittelmaß sein. Warum sollte ich auch catchy Songs singen? Ich will Energie vermitteln.

Ich habe gelesen, dass du als Nächstes einen Bandfilm planst, inspiriert durch deine Band. Ist das nicht etwas zu früh?
Das stimmt nicht. Das Gegenteil ist der Fall: Ich möchte Film und Musik getrennt halten. Ich will in der noch fernen Zukunft so was wie "Ziggy Stardust" oder die "Rocky Horror Picture Show" machen, also mehr Fantasystyle, experimentell, aber auf keinen Fall etwas Dokumentarisches.

Bei Rock geht es ja auch um das direkte Rauslassen von Gefühlen - neben vielen weiteren Aspekten wie Inszenierung ... Nun hatten wir hier in Deutschland zuletzt große Diskussionen über Beck, der ja Mitglied bei Scientology ist, aber nicht darüber sprechen will. Wie ist das bei dir?
Beck ist sehr schüchtern. Und da ihr in Deutschland so gemein und unfair mit Scientology umgegangen seid, wollte er es sich sicherlich nicht antun, darüber zu sprechen. Eure Regierung hat Scientology systematisch untersucht und nichts Falsches daran gefunden. Es gibt hier wohl sogar Formulare, wo man ankreuzen muss, ob man Mitglied bei Scientology ist - eine Mitgliedschaft wirkt sich wohl negativ auf die Karrierechancen aus.

Du meinst bei der Einreise nach Deutschland? Nein, dem ist nicht so. Sicherlich gibt es einige Unternehmen, die solche Formulare haben, und ich kann mir vorstellen, dass es beim Staatsdienst in der Tat nicht geduldet wird, aber das hat ja auch seine guten Gründe. Wir Europäer sind nun mal kritischer. Und wenn dann auch noch niemand darüber spricht, wird man natürlich skeptischer und schaut extra gut hin.
Ich glaube, dass wer auch immer Scientology untersuchen will, dies auch problemlos machen kann: Die Gebäude sind offen, man kann einfach reinlaufen. Beck ist nun mal schüchtern, er redet nicht mal über seine Beziehung, nur über seine Musik. Ich kann dir Folgendes sagen: Für mich ist es eine smarte Philosophie, mit der sich jeder Einzelne auseinander setzen und die nicht in den Medien stattfinden sollte. Das ist meine Message an deine Leser: Könnt ihr glauben, was in den Medien steht? Ich traue weder meiner Regierung noch den Mainstream-Medien noch Ärzten. [lacht laut auf]

Du scheinst gar niemandem zu trauen.
Oh doch, ich traue speziellen Leuten und vor allem meiner eigenen Meinung über die Dinge. Meine Erfahrung mit Hubbarts Worten und seiner Arbeit ist positiv.

Nun steht ja die Philosophie von Scientology im totalen Kontrast zum Rock'n'Roll-Lifestyle. Wenn ich richtig informiert bin, wird es nicht so gerne gesehen, wenn man trinkt und Drogen nimmt.
Ich halte es für einen viel radikaleren Rock'n'Roll-Lifestyle, wenn man nicht versucht, den Dingen zu entkommen, und sich stattdessen seinen Ängsten und Gefühlen stellt. Mir geht es darum, alles zu fühlen. Sobald du aber anfängst, Drogen zu nehmen und zu trinken, unterdrückst du all diese Gefühle. Das macht dich als Performer weniger roh, geradezu schlapper. Und alles wird langweiliger.

Aber viele brauchen diese Substanzen auch, um überhaupt den wild one geben zu können. Zumindest am Anfang - und danach ist es gar nicht mehr so leicht, das System zu ändern.
[ein Soundtechniker werkelt im Hintergrund] Hm. Es fühlt sich für mich so an, ob wir ein sehr persönliches Gespräch führen. Vielleicht sollten wir in den Bandbus gehen, da ist es etwas privater.

Wir haben sowieso nicht mehr so lange Zeit, die Promoterin hat schon im Hintergrund gewunken
. Okay, dann nicht. In der Tat, Drogen sind ein absolutes Tabu in Scientology. Aber darauf bin ich auch alleine gekommen. Ich brauchte niemanden, der mir das sagte, ich habe sie lange genug selbst genommen.

Wie lange bist du dabei?
Circa zehn Jahre. Das ging einher mit dem Ende meiner Drogensucht. Ich habe an einem Scientology-Programm teilgenommen, bei dem du alle Gifte ausschwitzt. Das ist ein großer Wendepunkt, da danach wirklich alle Gifte, auch die in den Fettdepots, aus dir raus sind. Diese Methode hat Hubbard entwickelt. Man nimmt dabei viele Vitamine. Und ich habe das Gefühl, dass ich heute wilder als damals bin, weniger Konformist, weniger ein Nachläufer. Ich habe einfach mehr Spaß am Leben.

Du wirkst mit deinem Energielevel auch nicht gerade wie jemand, der Drogen braucht, um wild draufzukommen.
Es fällt mir nicht immer leicht, aber ich mag, wie ich heute lebe. Du hättest mich mal mit 19 sehen sollen.

Oh Gott. Wenn wir Europäer Storys wie deine oder die von Drew Barrymore, die ja mit 13 schon gut dabei war, hören, dann werden wir immer so nachdenklich. In dem Alter haben wir noch Fußball auf dem Acker hinter unseren Häusern gespielt.
Ach, das passiert bei uns auch nicht allen. Es hängt von den Umständen und deiner Schwäche ab ... Ihr Europäer seid halt viel progressiver, habt mehr Bewusstsein für eure Körper. Ihr habt auch überall Biomärkte und Früchtebars.

Das stimmt - aber glaub mir, auch wir haben unsere ungesunden Momente. Aber zu den Biomärkten. Das Schlimme daran ist ja, dass man genau dort so deutlich wie an nur wenigen anderen gesellschaftlichen Orten merkt, wie gespalten unsere Gesellschaft heute ist. Gespalten in jene, die es sich leisten können, am gesunden Lebensstil teilzunehmen, und jene, die außen vor bleiben. Gesundheit sollte für alle möglich sein. Oh ja. [sie stimmt zwar zu, will sich aber dann doch nicht auf diesen Diskurs einlassen] Habt ihr denn auch Yoga hier?

Ja. Ich habe es einmal ausprobiert. Und ich kann dir sagen, ich kam kaum mehr hoch vom Boden.
[lacht] Um noch mal auf Scientology zurückzukommen: Weißt du, ich denke, dass viele Leute Angst davor haben, darüber zu sprechen, da sie nur angegriffen werden. Was ich persönlich ignorant finde. Denn ich kann nur sagen: Sie nehmen einem keineswegs das Geld ab, wie man immer wieder hört.

Sind denn die anderen in der Band auch in Scientology?
Oh nein.

Trotzdem ist es natürlich so, dass gerade dieses Missionarische einen immer kritisch macht.
Aber wenn du einen interessanten Kurs besucht hast, möchtest du doch auch die Inhalte mit deinen Freunden teilen.

Ja. Aber die Philosophie ist die eine Sache. Es gibt viele da draußen. Und jeder soll sich seine suchen, das ist die individuelle Entscheidung von jedem, auch wenn sie mir noch so bizarr und absurd erscheint. Problematisch wird es, wenn er nicht mehr die Freiheit hat, nicht mitzumachen. Und das hört man immer wieder von Scientology.
Aber wer soll das sein, der nicht mehr raus darf? Man kann einfach rein und raus laufen. Dieses Argument ist das zurückgebliebenste, was ich je gehört habe. Ich schau immer vorbei, wann ich Lust habe - und ansonsten halt nicht.

Aber - abseits davon, dass du als Prominente sicherlich anders behandelt wirst - du hast nie versucht, auszusteigen.
Ich bin doch jetzt gerade draußen. Ich kann auch mal drei Jahre nicht vorbeischauen, und keiner würde es mir übel nehmen. Scientology will doch, dass es den Leuten gut geht. Ich denke, Leute, die solche Geschichten erzählen, haben oft auch in anderen Bereichen ihres Lebens Probleme.

Geoffrey Lewis
Der Vater von Juliette Lewis schauspielert seit den Highschool-Tagen. Neben ersten Theaterengagements fiel er durch die frühe Tendenz zu Ein-Mann-Performances auf. Anfang der 70er schaffte er den Sprung ins Kino, wo er u. a. in diversen Filmen mit Clint Eastwood ("High Plains Drifter", "Thunderbolt And Lightfoot" und "Midnight In The Garden Of Good And Evil") mitspielte, mit dem ihn auch eine lange Freundschaft verbindet.

Scientology
Von L. Ron Hubbard (13.03.1911-24.01.1986), einem ehemaligen Marineoffizier und Autor eher uninspirierter Science-Fiction-Literatur, gegründet - als Nachläufer seiner Pseudowissenschaft Dianetik. Für Scientology, eine Mischung aus schwarzer Magie (inspiriert von einem gewissen John Parsons, einem Raketenforscher, der Ende der 30er-Jahre die in Los Angeles ansässige Agape-Loge anführte; Hubbard setzte sich später mit Parsons' Geliebter und dessen Geld zeitweilig nach Florida ab), Psychotherapie und Science-Fiction, hat er sich kosmologisch beim Science-Fiction-Magazin Astounding Science Fiction inspirieren lassen. In den 60er-Jahren gelangte Hubbard durch Scientology zu extremem Reichtum. Auch nach seinem Tod läuft der Laden noch gut.