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Made In China

Juliana Hatfield

Beinahe hätte Juliana Hatfield ihr neues Album "The Island" genannt. Als Bild für ein/ihr Nichtdazugehören, Nichtdazugehören-Wollen. "I'm a born loner, skeptical of everything. Of success. Of anyone who ever claimed to love me", sagt sie über sich selbst. "Made In China", der Titel, der es nu
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Beinahe hätte Juliana Hatfield ihr neues Album "The Island" genannt. Als Bild für ein/ihr Nichtdazugehören, Nichtdazugehören-Wollen. "I'm a born loner, skeptical of everything. Of success. Of anyone who ever claimed to love me", sagt sie über sich selbst. "Made In China", der Titel, der es nun geworden ist, sollte nicht minder aussagekräftig sein. Wenn man selbst schon ein Produkt sein soll, dann zumindest auch als solches von sich selbst zur Diskussion gestellt ("Everything else is made in China so why not me?"). Juliana Hatfield hat sich nie richtig wohl gefühlt mit dem Erfolg, der in den 90ern über sie hereinbrach, und damit, dass all ihr weiteres Schaffen an diesem gemessen wurde. Nur logisch die Schlussfolgerung, endlich ihr eigenes Label zu gründen. Es heißt Ye Olde Records und erlaubt ihr, zu tun, was sie will. Auf "Made In China" sollte dies dabei möglichst rau und unmittelbar klingen. Keine zerdachten Kompositionen, Arrangements oder überschminkenden Bearbeitungen. So beginnt das Folge-Album von "In Exile Deo" auch direkt mit verzehrend-verzerrten Gitarren, von denen eine Menge folgen. Das klingt nach Sonic Youth, aber auch mal trotzig und weniger subtil wie Avril Lavigne. Rough, skelettiert wie die Breeders, der Gesang hell, ätherisch wie der bei Bettie Serveert. Ruhigere Stücke gibt es auch, wie das ausgefeiltere "Rats In The Attic" - aber nicht allzu viele. An manchen Stellen gestalten sich die Songs und deren Lyrics ein wenig zu demonstrativ attitüdenhaft oder kryptisch innerlich, an anderen besitzen sie eine Stärke, die einfach nur mitreißend ist.