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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

In Exile Deo

Juliana Hatfield

Als Lemonheads-Head Evan Dando seine Drogensucht noch einigermaßen unter Kontrolle hatte - das ist mehr als zwölf Jahre her -, spielte Juliana Hatfield den Bass auf dem noch heute grandiosen Album-Klassiker ›It’s A Shame About Ray‹. Kurz darauf veröffentlichte sie respektable Soloalben, die imm
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Als Lemonheads-Head Evan Dando seine Drogensucht noch einigermaßen unter Kontrolle hatte – das ist mehr als zwölf Jahre her –, spielte Juliana Hatfield den Bass auf dem noch heute grandiosen Album-Klassiker ›It’s A Shame About Ray‹. Kurz darauf veröffentlichte sie respektable Soloalben, die immer auch mal ein paar Indie-Hits (zumindest im College-Radio) abwarfen wie ›My Sister‹ und ›Everybody Loves Me But You‹. Danach wurde es, wie man so schön hässlich sagt, sehr still um die Künstlerin, und sie wurde zu einer Paradekandidatin für die Hidden-Häme-Rubrik ›Was macht eigentlich ...?‹ – wenn man sich die Frage überhaupt stellen wollte. Doch hier soll kein Platz für Häme sein, sondern im Gegenteil für die leise Freude, die einen befällt, wenn man mitkriegt, dass da jemand allen Depressionen und Selbstzweifeln zum Trotz weitermacht und durchhält in diesem Business, ohne seine Würde zu verlieren. Von der Sorte gibt es nicht so schrecklich viele. Jemand, der für eine Haltung steht, die für die Musiksozialisation vieler von Bedeutung war, und der seine Geschichte fortschreibt, auch wenn nur noch wenige daran Anteil nehmen. Lost Slackerism. Wohl am besten eingefangen in der melancholischen Parabel ›Singing In The Shower‹. Es gibt hier keine Anbiederung an den Markt, keine aufgeblasene Produktion, keinen elektronischen Firlefanz. Es ist dieselbe Musik, die sie immer gemacht hat. Es ist einfach Rockmusik. Es ist okay. No shame about Juliana.