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»Loud City Song«

Julia Holter

Bereits bei den ersten Klängen kommt einem ein bestimmter Name in den Sinn: Stina Nordenstam. Genauso fragil und entrückt wie die mysteriöse Schwedin klingt Julia Holter auf ihrem dritten Album »Loud City Song«.
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Bereits bei den ersten Klängen kommt einem ein bestimmter Name in den Sinn: Stina Nordenstam. Genauso fragil und entrückt wie die mysteriöse Schwedin klingt Julia Holter auf ihrem dritten Album »Loud City Song«. Der Titel erschließt sich bei den zarten, experimentellen und filigranen Songgebilden nicht auf Anhieb. Die Künstlerin selbst erklärt, dass er auf Colettes Roman »Gigi« zurückzuführen sei. Ihre Faszination für dieses Jahrhundertwende-Sternchen zwischen Einsamkeit und Gesellschaft war für Holter die Triebfeder. Im Grunde besingt sie auf dem Album in jedem Lied die schwierige Frage: Soll man sich zurückziehen oder in die laute Welt stürzen? In ihrer Heimatstadt Los Angeles hat die 28-Jährige beides zugleich, wie sie sagt, denn in der Hollywood-Stadt könne man einfach »unsichtbar« sein.

Im Prinzip wagt Holter auf »Loud City Songs« genau dies: Sie selbst will nicht sichtbar werden, die Musik soll für sich alleine sprechen. Song für Song baut Holter ihren Kammerspiel-Pop auf, der sich von anfänglicher Zartheit hin zu Synthiegeschwängertem auswächst und mit Cello, Saxofon und Chor-Gesang dramatisch variiert wird. Auf »Horns Surrounding Me« ist dieses wagemutige Experiment besonders gelungen: Sakrale Klänge treffen auf moderne Popmelodien.

 

In drei Worten:

 

Kammerspiel / Pop / Drama