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»Black Labyrinth«

Jonathan Davis

So schwarz ist Jonathan Davis’ Labyrinth nun auch nicht. Eher goldbraun, dämmerig beleuchtet, aber unterm Strich erbaulich.

Geschrieben am

»Black Labyrinth«, das erste Soloalbum des Masterminds von Korn, ist inspiriert vom Ganzfeld-Effekt, einer Methode der Bewusstseinserweiterung durch Reizreduktion. Hätte Jonathan Davis alle Sphären, die man darin erreichen kann, in Musik umgesetzt, wäre »Black Labyrinth« sicher überraschender geworden. Man stelle sich das vor: 50 Minuten Experimentalmusik zwischen Ekkehard Ehlers und John Cage. Das wär mal eine Provokation gewesen. So aber reißt Davis dem professionell dramatischen Nu Metal die Lärmkleider vom Leib und schmückt die Essenz seines Songwritings mit neuen Elementen.

In den schwächsten Augenblicken klingt das wie eine Synthie-Rock-Fassung von »Got The Life«, zu der Matthias Schweighöfer auf der Flucht vor bösen Hackern durchs mit Wackelkamera gefilmte Berlin hastet. In den besten entfalten sich wunderbar schlüssige, hypnotisierende Grooves, angereichert um Sitar-Klänge und indische Kesseltrommeln. »Your God« besitzt eine fantastische, untypische Bridge, in welcher Davis sich für Momente als Frontmann von Queen oder Muse versucht. Das steht ihm besser als das profane Hardrock-Pathos im Refrain von »Basic Needs«. Harte Riffs finden sich auf der LP nahezu keine. Wer es korniger und zorniger erwartet hat, muss zu den Alben der Band greifen. Gottlob begnügte sich Davis aber auch nicht mit einer Folk-Gitarre. Stattdessen kann »Black Labyrinth« als musikalisches Videospiel zwischen Cyberpunk und Inka-Tempel-Level gelten.

Jonathan Davis

Black Labyrinth

Release: 25.05.2018

℗ 2018 Sumerian Records

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