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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Singularity«

Jon Hopkins

Der Produzent und DJ aus England ist ein cineastischer Musiker. Das Vorgängeralbum »Immunity« geriet zum imposanten Blockbuster, mit dem Nachfolger ist Jon Hopkins nun ein ähnlich berauschendes Sequel gelungen.

Geschrieben am

Neben Produzententätigkeiten für Coldplay und King Creosote sowie Remixen für weitere Künstler ist Hopkins vor allem mit einer Filmscore-Kollaboration mit Brian Eno bekannt geworden. Aus dieser Schnittmenge hat er ein eigenes Oeuvre erschaffen, mit dem letzten Album »Immunity« als definierendem Opus magnum, auf welchem er Techno-Beats mit ambienten Klangkulissen, klassisch anmutenden Pianomelodien und tief greifenden Songstrukturen kunstvoll zu verbinden verstand. Die Hochglanzästhetik wurde dabei von clever eingestreuten Glitches gebrochen, was der cineastischen Atmosphäre seiner Musik keinen Abbruch tat, im Gegenteil. Mit dem neuen Album verfolgt er nun keinen grundlegend neuen Ansatz, Hopkins wählt die gleichen Elemente und setzt sie marginal anders zusammen. Die Glitches sind nicht mehr so präsent, dafür sind die Beats um einige Nuancen cluborientierter geraten.

Das Album beginnt und endet mit dem gleichen Ton, dazwischen lässt Hopkins seine Tracks immer wieder spannungsgeladen anschwellen und sanft abschwellen. Stotternde Beats wie in »Emerald Rush« und auslöschende Filtereffekte wie in »Neon Pattern Drum« lassen den 4/4-Takt immer wieder auseinanderfallen, bis mit »Everything Connected« der stampfende Höhepunkt des Albums erreicht ist. Dann setzt die zweite Hälfte zur ausschweifenden Ambient-Meditation und einem sachte abgefederten Coming-down an. »Singularity« sagt »Ja« zum Kopfkino: raus aus der rauschvoll-vernebelten Clubnacht, rein in die nächtliche Fahrt durch die Natur. Das Album ist vom Innovationsgesichtspunkt her zwar keine Sensation wie sein Vorgänger, aber eine Fortsetzung ohne Substanzverlust.

Jon Hopkins

Singularity

Release: 04.05.2018

℗ 2018 Domino Recording Co Ltd