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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Sillion«

Johnny Flynn

Der britische Folkmusiker Johnny Flynn gibt sich wie üblich schräg, poetisch und witzig – eine notwendige Abwechslung in diesem oft weichgespülten Genre.
Geschrieben am
»Sillion« ist ein Wort für frisch gepflügten Ackerboden, das Johnny Flynn sich aus einem Gedicht entliehen hat. Durch Ereignisse wie den Brexit wurde dem Briten bewusst, dass er die Erde unter seinen Füßen spüren muss, und so entstand der Titel. Die elf neuen Songs sind verquer und ungeschliffen, im Gegensatz dazu war Flynns Duett mit Laura Marling (»The Water«) fast brav und glatt. »Sillion« ist merklich behutsam entwickelt, reflektiert und dabei selbstironisch, voller Referenzen und manchmal auch politisch (»Jefferson’s Torch«). Das Gedankenspiel »Wandering Aengus« handelt von einer irischen Mythenfigur, basierend auf einem Gedicht von W.B. Yeats, komplettiert mit Streichern und Bläsern von Flynns langjähriger Begleitband The Sussex Wit. Beunruhigender Wahnsinn flimmert hingegen in »Barleycorn« – Flynn, ein mindestens genauso leidenschaftlicher Schauspieler wie Musiker, spielte zur Zeit der Aufnahmen in dem Theaterstück »Hangmen« einen Psychopathen. Ein schöner Bonus ist der Knisterklang einer Vinylograf-Aufnahme in »Heart Sunk Hank«. Das zunächst dramatisch klingende »The Night My Piano Upped And Died« ist wohl die deutlichste Demonstration von Flynns großem Talent, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen.

Johnny Flynn

Sillion

Release: 24.03.2017

℗ 2017 Johnny Flynn