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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Divers«

Joanna Newsom

Joanna Newsom wurde bereits mit Joni Mitchell und Kate Bush verglichen. Mit ihrem vierten Album muss sie endgültig in einem Atemzug mit diesen Legenden genannt werden. »Divers« ist ein Meisterwerk.
Geschrieben am
Als Musikrezensent versuche ich zwei Dinge zu vermeiden: in der ersten Person zu schreiben und Alben über die Maßen hochzujubeln. Objektivität und Ausgeglichenheit sind schließlich wichtige journalistische Tugenden. Im Falle von Joanna Newsoms »Divers« muss ich allerdings eine Ausnahme machen, denn das neue Album der medienscheuen US-Amerikanerin ist, nach eh schon fantastischen Vorgängeralben, objektiv wie subjektiv ein Meisterwerk geworden, und ich kann beim besten Willen nichts daran finden, was Zurückhaltung begründen könnte. Joanna Newsoms Stimme hat mit ihrer Mischung aus Kindlichkeit und Hochfrequenz immer die Geschmäcker gespalten, und das wird wohl auch so bleiben.


Doch die Intensität und Ausdrucksstärke, die sie mit ihr entwickelt, sucht ihresgleichen. Höchstens Bush und Mitchell kommen da heran. Und während die gelernte Harfenistin früher mit zehnminütigen Balladen, zweistündigen Alben oder arg exzentrischer Instrumentierung einige Hörer überfordert haben mag, findet sie auf »Divers« die perfekte Mischung aus Eingängigkeit und Komplexität. Wem Newsom bisher zu verschroben war, findet hier einen neuen Einstieg in ihre Musik, und wer sie eh schon mochte, wird ihr erneut verfallen. Ich liebe dieses Album. Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dies nicht allen anderen Menschen auf der Erde genauso gehen wird.

Joanna Newsom »Divers« (Drag City / Rough Trade / VÖ 23.10.15)

Joanna Newsom

Divers

Release: 23.10.2015

℗ 2015 Drag City