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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Their Prime«

Jo Passed

Das Debütalbum der Kanadier Jo Passed manövriert sich trotz Selbstzweifeln geschickt durch seine Einflussgeber Pixies, Sonic Youth und Radiohead.

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Das Video zu der Single »MDM« ist der beste Lackmustest, ob man für die Musik von Jo Passed empfänglich ist: Es ist ein wild geschnittener Psychedelic-Trip aus Kubrick-Referenzen, Technologie-Kritik und Kunstblut, begleitet von einem heftig zerrenden Pixies-Gedächtnisriff. Die Pixies gehören neben Sonic Youth zu den ersten Assoziationen, die einem beim Debütalbum von Joseph Hirabayashis Band einfallen, auch wenn man oft liest, das beste Kompliment für die Band sei bisher gewesen, sie klängen wie »fucked up Beatles«.

Der selbstironische Witz des Albumtitels (der verloren geht, wenn man ihn nicht mit dem Bandnamen zusammen liest) deutet auf das Hauptthema des Albums hin, auf Selbstzweifel und das Gefühl, das Beste bereits hinter sich zu haben, ein Schwanken zwischen melancholischer Lethargie und krachigem Gefühlsausbruch. So steht auf der einen Seite des Spektrums des Albums ein Stück wie »Places Please«, das klingt wie ein Postrock-Song, der einfach vergisst, zum Schluss in das obligatorische Gitarrengewitter auszubrechen, und auf der anderen Seite der »Millenial Trash Blues«, der wie eine Punk-Version von Radiohead daherkommt. Ein vielversprechendes Debütalbum, das hoffen lässt, dass Jo Passed doch nicht, wie selbst diagnostiziert, ihren Zenit überschritten haben.

Jo Passed

Their Prime

Release: 25.05.2018

℗ 2018 Sub Pop Records