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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Transnormal Skiperoo

Jim White

Ja, klar. Der Albumtitel ist so doof wie das Cover. Mit dem Begriff meint der gute Jim, seines Zeichens Countrysänger in der Tradition von Townes Van Zandt vielleicht, übrigens ein für ihn neuartiges Gefühl: so etwas wie Glück. Und zwar Glück ohne "drugs, god or doomed romance", wie er sagt. Aber we
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Ja, klar. Der Albumtitel ist so doof wie das Cover. Mit dem Begriff meint der gute Jim, seines Zeichens Countrysänger in der Tradition von Townes Van Zandt vielleicht, übrigens ein für ihn neuartiges Gefühl: so etwas wie Glück. Und zwar Glück ohne "drugs, god or doomed romance", wie er sagt. Aber wer White kennt, kann sich denken, dass er nun nicht dem fröhlichen Pop frönt.

Er bleibt der irgendwie traurige Countrybarde mit Tränen unterm Stetson, wie man es vom Vorgänger "Drill A Hole In That Substrate And Tell Me What You See" kennt. Jenes Album - mit den Gästen Aimee Mann, Bill Frisell und M. Ward - war 2004 so eine Art Songwriter-Geheimtipp-Platte. Meist so geheim, dass sie überhaupt niemand kannte. Es bleibt die Hoffnung, dass das mit diesem Album anders wird. Die Songs dafür hat er ja. "Blindly We Go" klingt zum Beispiel ein wenig, als hätten Crosby, Stills & Nash eine Single mit Lambchop aufgenommen - schön sanfter Countrysoul. Oder "Jailbird", eine geweinte Ode samt Sehnsuchts-Harmonika. Was mir gerade auffällt - White ordnet sich perfekt in die Koordinaten Mann, Frisell, Ward ein: der leise Terror von Mann, die Schwerelosigkeit von Frisell und die Verschrobenheit von Ward. Aktuell hat er einfach ein schönes Album gemacht. Ein Album, um es überall zu hören - egal, ob in Georgia, Hannover oder Biedenkopf. Oder irgendeiner anderen Hölle.