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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

No Such Place

Jim White

“Für all die verlorenen Seelen, die sich, wie ich, nicht auf das Falsche einlassen mögen, aber auch nicht recht wissen, wie’s richtig geht.” Soweit Jim White über “No Such Place”, sein zweites Album für David Byrnes Luaka-Bop-Label nach “Wrong Eyed Jesus”, d
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Autor: intro.de

“Für all die verlorenen Seelen, die sich, wie ich, nicht auf das Falsche einlassen mögen, aber auch nicht recht wissen, wie’s richtig geht.” Soweit Jim White über “No Such Place”, sein zweites Album für David Byrnes Luaka-Bop-Label nach “Wrong Eyed Jesus”, das 1997 bereits für einiges Aufsehen sorgte. Nun ja. Er muss es schließlich wissen. Gewiss ist aber auch, dass es ganz so finster nicht klingt. Wenn ein Songtitel wie “God Was Drunk When He Made Me” Jims definitives Lebensgefühl beschreibt, dann geht es ihm recht gut damit. White setzt eine genialisch riechende, von unaufdringlicher Emotionalität durchwirkte Bastardmusik zusammen, die so kontra-puristisch ist, wie eine im Kern traditionell verhaftete US-Songschreibe es nur sein kann. Tom Waits, Kramer, Joseph Arthur liegen nahe. Klickendes Banjo, beständig taumelnde Samples, angetippte Gitarren, gedeckte 3/4-Takte, Dobro, die Stimme intoniert unauffällig zwischen Howe Gelb, Matt Johnson und Rickie Lee Jones. Dass White bei all diesen Bezügen stets authentisch bleibt, auch hinter der überraschenden Produzentenriege (Andrew Hale, Morcheeba, Sohichiro Suzuki, Q-Burns) nicht an Tiefenschärfe verliert, hat einen einfachen Grund, der wesentlich mehr ist als ein gut funtionierender struktureller Trick: nenn ihn personality.