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Jewrhythmics

Jewrhythmics

Ob diese Lieder auch so geklungen hätten, wenn das Schtetl die 80er-Jahre überlebt hätte?
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Ob diese Lieder auch so geklungen hätten, wenn das Schtetl die 80er-Jahre überlebt hätte? In jener vernichteten Heimat vieler vernichteter europäischer Juden lebte auch die Sprache, in der auf dieser Platte gesungen wird. Aber es sind dies keineswegs Lieder, die an jene Katastrophe erinnern sollen; die Jewyrhthmics lassen hier – wie man bei dem Namen eigentlich auch erwarten konnte – stattdessen eine Version der 80er-Jahre erklingen, die in jeder Hinsicht aus der Zeit gefallen ist. Frisch aus den Untiefen der Widerstandsachse Tel Aviv / Moskau kommt hier etwas auf Jiddisch daher, das eher an Limahls »Neverending Story« oder Harold Faltermeyer denken lässt als an Mordechaj Gebirtig.

Dabei ist auch ein Werk dieses großen Poeten des jiddischen Liedes auf dem Debüt der Jewrhythmics enthalten – und es klingt nicht wenig so, als hätten sich die Pet Shop Boys seiner angenommen und eine jiddische Dusty Springfield für den Gesang eingeladen. Gerade, weil hier jede Ehrfurcht vor dem Jiddischen weit entfernt ist, die Chuzpe darin besteht, einfach nur (ob nun guten oder schlechten) Trash zu machen, ist das Debütalbum dieser gewollt mysteriösen Formation mindestens ein Fall für den nächsten Eurovision Song Contest.

In drei Worten: TRASH / JIDDISCH / MOSKAU