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Evoke A Pop Avenue

Jenana

Die Hamburger Jenana schmeißen auf ihrer dritten EP mit einem knackigen Slogan um sich. "Music kills identity", heißt es in "We We We". Kritik am Kulturbetrieb? Selbsterkenntnisse? Man weiß es nicht. Der Aphorismus sitzt auf jeden Fall. Genau wie die Fingerfertigkeiten des Vierers: Post-Hardcore-Git
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Die Hamburger Jenana schmeißen auf ihrer dritten EP mit einem knackigen Slogan um sich. "Music kills identity", heißt es in "We We We". Kritik am Kulturbetrieb? Selbsterkenntnisse? Man weiß es nicht. Der Aphorismus sitzt auf jeden Fall. Genau wie die Fingerfertigkeiten des Vierers: Post-Hardcore-Gitarren, teilweise mit gereckter Faust vorgetragen, stehen gegen weichspülende Gesangsmelodien, die Sänger Kenneth Hujer des Öfteren zu Coldplay'schen Höhen verleiten.

Nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht, die Referenzen finden sich größtenteils weniger im Big-Player-Business als vielmehr direkt vor der Haustür Jenanas. In der ersten Strophe von "Evoke A Pop Avenue" verweben sich - ähnlich wie beim Tomte-Ableger Marr - teils gesprochene Gesangsparts mit straighten, cleanen Gitarren. Gerade wenn weniger auf Hitpotenzial und mehr auf dissonante Töne gesetzt wird, brillieren Jenana. Bei "These Days" sind sie mit halligem Schlagzeug und sich langsam ins Noisige steigernden Passagen auf den Fährten der grandiosen Art Of Fighting unterwegs. Bei "We Are Not Here" wird mit Four-to-the-Floor-Rhythmen und Warp'igen Ambient-Sounds gewerkelt. Da passiert noch was abseits vom Schema F. Der erste Longplayer hat einiges zu bieten, wenn Jenana bedacht ihre eigenen Werkeleien ausbauen und nicht von der nach Ekstase schreienden Tanzflächenmeute plattgemacht werden. Denn Obacht: "Music kills identity". Merkt euch das.