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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Unbreakable«

Janet Jackson

Mit der Single »No Sleeep« hat Janet Jackson uns Hoffnungen auf ein Album mit astreinem Retro-R’n’B gemacht. Aber: Is’ leider nicht.
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Das mit den R’n’B der 1990er und seinen Helden ist ja so eine Sache: Einerseits gibt es da Künstler wie Boys II Men oder Keith Sweat, die alle Jahre wieder mit bemühten Retro-Revueen durch die Lande ziehen und von ihrem bald zwei Dekaden zurückliegenden Hype zehren. Andererseits konnte man jemanden wie Usher in den letzten Jahren dabei zusehen, wie er sämtliche Prinzipien aus »8701«-Tagen für uninspiriert klebrige Dance-Kompositionen über den Haufen warf. Den konventionellen Klängen der ersten »Unbreakable«-Single »No Sleeep« mit Feature-Gast J. Cole nach zu urteilen, hätte man von der ersten Janet-Jackson-Platte seit sieben Jahren wieder mal richtig guten, alten und unprätentiösen R’n’B erwarten können. Aber: is’ nicht.
Die 17 Tracks klingen entweder nach schamloser Resteverwertung oder noch schamloserer Ranschmeiße an das, wozu zur Zeit in der Großraumdisco abgehottet wird. »Shoulda Know Better« ist pures Gutfühlgeplänkel; »Night« will nach Ibiza, aber kommt nur bis ins Internisten-Wartezimmer, »Burnitup!« mit Missy Elliot klingt nach einem uninspirierten Überbleibsel aus Timbalands »Shock Value«-Sessions, und »Dammn Baby« erinnert mit pumpenden Bässen und bearbeiteten Gesangsfetzen an den schwülstigen Future-Garage-Sound von Disclosure. Spaß machen lediglich der Titeltrack, »2 B Loved« sowie »Dream Maker / Euphoria«. Hier trällert Jackson über eine Produktion, die an den dumpf drogigen Schlafzimmer-Pop von Shlohmo erinnert: Wenn schon nicht wie damals, dann bitte wenigstens so auch auf Albumlänge. Von so unentschlossenen Alben wie »Unbreakable« gibt es nämlich schon genug.
- Janet Jackson »Unbreakable« (Rhythm Nation / BMG / Warner)

Janet Jackson

Unbreakable

Release: 02.10.2015

℗ 2015 Black Doll, Inc. under exclusive license to BMG Rights Management (US) LLC (Licensed to Warner Music Singapore for Pan-Asia)