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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Felder«

Jan St. Werner

Elektronische Musik, die das Herz bezirzt und das Hirn fordert: Jan St. Werners Feldforschung klingt mal einfühlsam, mal brachial, dann wieder brachial einfühlsam – und immer anders als der Status quo oder die gute alte Tradition.
Geschrieben am
Jan St. Werner hat eine Geschichte, die sich nicht mit wenigen Stichworten erzählen lässt. Bekanntester Teil dürfte bis heute die Band Mouse On Mars sein, die er gemeinsam mit Andi Thoma gründete. MOM gelang es in den 1990ern, nerdige Frickelei mit Rock-Appeal zu kombinieren, wobei sie sich beim Experimentieren von gängigen Frickel- und Rock-Begriffen weit entfernten. Mittlerweile arbeitet Jan St. Werner in Berlin an und in mehreren Projekten gegen die »vorgemischte Welt«, so der Titel seines vor gut zehn Jahren veröffentlichten Buches über gegenwärtige elektronische Musik. Fernab von Presets erforscht er auf »Felder« Sound-Zusammenhänge und Möglichkeiten nonkonformistischer Tracks. So könnte es klingen, wenn eine Fabrik träumt oder ein Club versucht, aus sich herauszugehen. Versteht man den Titel »Felder« als musiksoziologische Anspielung, bietet sich die konzentrierte Erforschung der Töne an, die von Jan St. Werner selbst auf Forschungsreise durch die Musikhistorie geschickt werden. Improv, Industrial, Minimalismus, Fahrstuhlmuzak, Klassik... Melodien auf der Flucht überdauern in Klangformationen und ziehen weiter. Manchmal wünschte man, die Stimme des Talk-Talk-Sängers Mark Hollis würde sich daraus erheben – als Geist zwischen den Feldern. Eine aufregende Mixtur, die selbst das Abo-Publikum der Kölner Philharmonie von den Sitzen reißen dürfte. Wenn auch nicht vor Begeisterung.

Jan St. Werner

Felder (Fiepblatter Catalogue #4)

Release: 01.04.2016

℗ 2016 Thrill Jockey Records

Jan St. Werner »Felder« (Thrill Jockey / Rough Trade / VÖ 01.04.16)