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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Trick«

Jamie T

Breaking: Britpop noch immer nicht durch! Während seine musikalischen Vorbilder verdient pausieren, übernimmt Jamie T deren Job in Streber-Ausführung.
Geschrieben am
Was machen Mike Skinner, Kasabian oder die Arctic Monkeys eigentlich gerade? Egal, denn Jamie T, der Torsun Burkhardt des Post-Brexit-Insel-Indie, hat sein viertes Album »Trick« rausgerückt, und das strotzt nicht nur vor musikalischen Vordenker-Referenzen, sondern zeugt auch vom noch weiter ausgebauten, gruseligen Talent des Engländers. Zwölf Songs, die den Verdacht erhärten, dass das 30-Jahre-Werden nicht Krise, sondern zweite Pubertät sein kann. Stürmend und drängend hat Jamie Treays ein Brett nach dem anderen auf diese Platte gepackt. Wüsste man es nicht besser, könnte man so einfach nicht feststellen, was sich wohl am besten als Single eignen könnte. Die Frage wäre eher: Was nicht?  

Da sind Ohr-Ungeziefer wie das leichte »Power Over Men«, das eingängige »Dragon Blues« oder der Indie-Song, der diesen Sommer noch gefehlt hat: »Joan Of Arc«. Und da sind Reminiszenzen an vergangene Zeiten: In »Police Tapes« versucht Jamie T sich an der Gesangart Johnny Rottens, »Tescoland« vereint Abzählreim und Springsteen, und »Robin Hood« kann als Remake von »Blitzkrieg Bop« durchgehen. Pubertätsgerecht ist dann auch noch Platz für die schweren Heulsongs für die dunklen Momente: In »Self Esteem« wird der triste »London Summer« besungen, und in »Sign Of The Times« resümiert er: »I was never enough«, ein kleines Stück Krise also doch. Letztlich hat das Rennen um die Single übrigens das pumpende Intro »Tinfoil Boy« gemacht. Jamie, falls Du das hier liest: Du bist mehr als genug.

Jamie T

Trick

Release: 02.09.2016

℗ 2016 Virgin Records Ltd

Jamie T »Trick« (EMI / Universal)