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Pleased To Meet You

James live in Berlin

Über zwei Jahrzehnte nach ihrer letzten Hauptstadt-Performance betreten die Britpop-Helden James wieder Berliner Boden. Mit im Gepäck: ihr neues Album und eine Menge Spielfreude. 
Geschrieben am
20.06.2016, Berlin, Columbia Theater  

Als James Mitte 2014 im Rahmen eines intimen Mini-Gigs im Berliner Apple Store gastierten, wurde im Interview vor dem Kurz-Konzert auch die Frage aufgeworfen, wann die Band wieder eine reguläre Show in der Spree-Metropole spielen würde. Schließlich datiert der letzte Berlin-Auftritt von James aus dem Jahr 1992.  

Mehr als 24 Jahre später stehen James also wieder auf einer Berliner Bühne. Kein Wunder, dass das Septett aus Manchester nach so langer Abstinenz an diesem Abend schon vor dem ersten Song vom zahlreich erschienenen Publikum begeistert begrüßt wird. Dieser Enthusiasmus nimmt während des epischen Openers »Walk Like You« vom 2014er Werk »La Petite Mort« weiter zu und erreicht seinen ersten Höhepunkt bereits beim dritten Stück, dem neuen »Catapult«. Zu dem lässt sich Frontmann Tim Booth nämlich crowdsurfend durch die Menge tragen. Ganz offensichtlich haben nicht wenige der auch aus Polen oder England angereisten Fans seit langem dem heutigen Konzert entgegengefiebert. Das besteht erwartungsgemäß nicht nur aus Tracks des aktuellen, im März dieses Jahres veröffentlichten Albums »Girl At The End Of The World«, sondern auch aus James-Klassikern. Zu denen zählt im Columbia Theater neben »Sometimes« auch die auf der laufenden Tour bisher nur selten gegebene Pop-Perfektion »Sit Down«. 
Überhaupt ist es erfreulich, dass James die Setlist bei ihren Konzerten variieren. So kommen die Berliner Besucher dann auch in den Genuss des ebenfalls nicht jedes Mal dargebotenen »Tomorrow«, das folgerichtig euphorisch empfangen wird. Nur die eigentlich ebenfalls unverzichtbaren Großtaten »Born Of Frustration« und »Laid« werden nicht gespielt. Das fällt aber nicht weiter ins Gewicht, denn zum einen erweisen sich die Songs des guten, bereits 14. Studio-Longplayers »Girl At The End Of The World« auch im Live-Kontext als stark genug, zum anderen weiß die Band mit weiteren Hits zu brillieren. Während der stärkste Track der aktuellen Platte, das gefühlvoll-melancholische »Dear John«, für eine gelungene Gegenwart von James steht, bietet die Madchester-Hymne »Come Home« abermals einen Rückblick auf das beeindruckende Schaffen der 1982 gegründeten Formation.  

Doch auch die akustisch arrangierten »She's A Star« und »Just Like Fred Astaire« rufen beim Publikum derart emotionale Reaktionen hervor, dass Booth und Band sich nicht nur einmal sichtlich gerührt zeigen. So lässt es sich dann auch erklären, dass James nicht nur die drei geplanten Zugaben spielen, sondern sich spontan entschließen, mit dem überwältigenden »Getting Away With It (All Messed Up)« ein weiteres Stück zu Gehör zu bringen. Das krönt ein tolles Konzert, welches berechtigt Hoffnung macht, auf den nächsten James-Auftritt nicht wieder 24 Jahre warten zu müssen. 

James

Girl at the End of the World

Release: 18.03.2016

℗ 2016 BMG Rights Management (UK) Limited