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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Girl At The End Of The World«

James

Rave-Rock-Indie is not dead! Die unkaputtbaren Mancunians James beschwören mit Ecstasy und Gitarren ihre Jugend.
Geschrieben am
James waren einst die süßen Britpop-Jungs mit Indie-Hits wie etwa »Sit Down«. Tatsächlich ging ihr Repertoire aber weit darüber hinaus. Angefangen als Improv-Band, oft eigensinnig und quer zu den Erwartungen, veröffentlichten sie zuletzt zum Beispiel ein Fast-Konzeptalbum über den Tod.
Nun also das »verflixte 14. Album«, wie Sänger Tim Boothe anmerkt, ihr bestes natürlich (O-Ton) und das vielleicht schwierigste (ebenfalls O-Ton). Und er singt: »I can’t fly but I can catapult ...« Das trifft es womöglich ganz gut. Denn so einiges wurde hier scheinbar mit Gewalt in die Höhe geschossen, vor allem von Produzent Max Dingel (The Killers, Muse). Der pumpt Stücke gerne mal so lange auf, bis sie platzen.
So sind die stärksten Songs auf dem Album entweder die, die ihre charmante Einfachheit bewahren konnten (das Titelstück), oder aber die, die radikal den Indie-Rave-Dancefloor der 1990er heraufbeschwören (schließlich hat Boothe ja auch als Tänzer bei der Band angefangen). Schon beim letzten Album hatte man Keyboarder Mark Hunter ermuntert, sein Instrument endlich mal lauter zu drehen. Das hat er bei den Proto-Rave-Krachern auf »Girl At The End Of The World« konsequent getan und sie damit geprägt. Dazu kommen ein Distortion-Bass, ein Four-to-the-floor-Beat mit wirbelnder Snare, mehrere Schichten Gitarren und Smileys. Das Ganze steigert sich, und unweigerlich wirft man die Arme in die Luft und sagt »Hallo« zur Euphorie. Solange die Sonne zu Stücken wie »Attention« oder »Surfer’s Song« aufgeht, wird James auch in den nächsten 30 Jahren nicht die Puste ausgehen.

James

Girl at the End of the World

Release: 18.03.2016

℗ 2016 BMG Rights Management (UK) Limited

James »Girl At The End Of The World« (BMG / PIAS / Rough Trade / VÖ 18.03.16)